Freitag, 16. März 2007

Letzte Chance für VIP-Medienfonds?

Fondssanierer in Kontakt mit Rechtsanwälten

Bremen / Berlin. Kurz vor den in den kommenden beiden Wochen anstehenden Gesellschafterversammlungen (22.3. und 29.3.) keimt Hoffung auf, die schwer angeschlagenen VIP-Medienfonds 3 und 4 zu sanieren. Wie Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen von der auf Kapitalanlagerecht spezialisierten Kanzlei KTAG  in Bremen mitteilt, gibt es vielversprechende Kontakte zu einem Filmrechteverwerter, der in die VIP-Geschäftsführung eintreten will: „Die EVA GmbH ist aufgrund ihres Geschäftsansatzes und der strategischen Ausrichtung kein auf kurzfristigen Cash-Return ausgerichtetes Hedge- oder Notstandsunternehmen.“

Nach Gieschen Auffassung besteht damit durchaus die Chance, die Fonds zu retten und zumindest die Einlagen der rund 11.000 Anleger zu sichern. Die Finanzverwaltung hatte den Fonds die steuerreduzierende Wirkung aberkannt und verschickt seit einigen Wochen Nachforderungen an sämtliche Anleger. Gegen die Fondsverantwortlichen ist Anklage wegen Steuerhinterziehung, Untreue und Betrug erhoben worden. Der Prozess soll in Kürze beginnen. Er ist laut Gieschen das größte Steuerstrafverfahren in Deutschland.

Die EVA GmbH habe in einem Schreiben an die KTAG Rechtsanwälte angeboten, die als neue Komplementärin in die Fonds 1 bis 4 einzutreten und alle Managementaktivitäten zu bündeln. Damit würde endlich der Einfluss des Fondsinitators Schmid beendet, der laut Gieschen immer noch „die Fäden zieht“, obwohl er seit September 2005 in Untersuchungshaft sitzt. Gegenwärtig versuche er offenbar, die Fonds an ein befreundetes Unternehmen zu verkaufen, dass Ende vergangenen Jahres selbst nur knapp an einer Insolvenz vorbeigeschrammt sei. „Die VIP-Fonds können nur durch einen radikalen Schnitt gerettet werden“, meint Gieschen und empfiehlt den Anlegern, das Angebot der EVA GmbH genau zu prüfen.

Die amtierende Fondsgeschäftsführung sei seit Monaten mit zeit- und kostenintensiven „Abwehrprozessen“ gegen zahlreiche Interessengruppen beschäftigt. Die Handlungsschwäche der VIP-Fonds werde unter anderem von US-Geschäftspartner ausgenutzt. Einige hätten mittlerweile die Zahlungen eingestellt. “Die sagen sich, weshalb sollen wir jetzt noch überweisen, wenn die Fonds sowieso möglicherweise bald pleite sind.“ Die nachträgliche Durchsetzung von Ansprüchen in den Vereinigten Staaten sei nahezu aussichtslos. „Deshalb ist ein handlungsfähiges Management Grundbedingung für eine Sanierung“, sagt Gieschen und verweist auf entsprechende Erfolge der EVA GmbH: „Die haben schon in anderen Fällen gezeigt, dass sie es können.“

Die KTAG - Anwälte vertreten mittlerweile fast 450 Mandanten gegen die VIP-Medienfonds und haben inzwischen Stimmvollmacht von einigen Hundert weiteren Anlegern für die bevorstehenden Gesellschafterversammlungen in München.

Pressekontakt:
Bernd Frank

Tel. 030 / 887178-123
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