Donnerstag, 24. Juni 2010

Great Wheel - Riesenradfonds:

Kanzlei Kälberer & Tittel erhebt Klage für geschädigten Anleger gegen beratende Bank

Ein geschädigter Anleger, der eine Riesenradfondsbeteiligung "Great Wheel" gezeichnet hatte, erhebt Klage gegen beratende Bank, hier Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG.

Die beratende Bank wird wegen fehlerhafter Beratung in Anspruch genommen. Die Bank hat nach unserer Einschätzung anhand eines fehlerhaften Emissionsprospekts beraten und sich dessen Fehler zu eigen gemacht. Ansätze liegen nach unserer Auffassung in nicht transparenter und irreführender Darstellung der Weichkosten, nicht zutreffende Darstellung der Bauzeit sowie nicht gesicherter Gesamtfinanzierung. Insgesamt fehlt zudem eine umfassend mit der notwendigen Sorgfalt vorgenommene Plausibilitätsprüfung der Bank seitens des Fondskonstrukts vor Platzierung. Es erfolgte zudem seitens der beratenden Bank kein Hinweis darauf, dass kein Sicherungsmechanismus in der Fondskonstruktion besteht, der die Freigabe zur Investition der eingesammelten Anlegergelder seitens der Fondsgesellschaft erst in der Situation einer gesicherten Gesamtfinanzierung zulässt. Ein daraus resultierendes sehr hohes Ausfallrisiko für den Anleger wird durch die beratende Bank nicht explizit aufgezeigt.

Die beratende Bank hat zudem nicht über die Höhe der selbst bezogenen Vertriebsprovisionen aufgeklärt.

Zum Hintergrund:

Der Anleger beteiligte sich 2006 aufgrund einer Beratung der Deutschen Bank Privat- und Geschäftskunden AG als Treugeber mittelbar an dem Fonds "Great Wheel". Initiatorin ist die DBM Fonds Invest GmbH, eine 100%-ige Tochter der Delbrück Bethmann Maffei AG. Das Gesamtfondsvolumen wurde seinerzeit im Prospekt mit EUR 200.000.000,-- angegeben. Der Vertrieb der Beteiligung erfolgte regelmäßig im Wesentlichen über Deutsche Bank, Citi-Bank oder Delbrück Bethmann Maffei.

Die Fondsgesellschaft investierte über jeweilige Holdinggesellschaften in Projektgesellschaften, die an verschiedenen Standorten Riesenradprojekte errichten sollten. Der Fondsprospekt benannte insgesamt vier avisierte Investitionsobjekte in Peking, Tsingtao, Dubai und Berlin.

Letztlich investierte die Fondsgesellschaft mittelbar in die Projektgesellschaften betreffend der Riesenradprojekte in Peking, Berlin und Orlando. Im Ergebnis konnte bislang keines dieser Projekte realisiert werden.

Grundlage der aktuellen wirtschaftlichen Probleme der jeweiligen Projektgesellschaften liegen wesentlich darin begründet, dass Investitionen der Fondsgesellschaft in die einzelnen Projekte bereits vorgenommen werden durften, bevor die Finanzierung der Projekte tatsächlich sichergestellt war. Das Projekt Peking beispielsweise blieb in den Arbeiten des Fundaments "stecken", zumal keine Mittel mehr vorhanden waren und eine weitere Finanzierung für diese Projektgesellschaft nicht generiert werden konnte. Das Projekt Berlin kam über den Grundstückserwerb nicht hinaus. Den Anlegern droht zwischenzeitlich der Totalverlust der geleisteten Einlage.

Die Berichterstattung seitens der Fondsgeschäftsführung gegenüber dem Gesellschafterkreis gestaltete sich bislang wenig transparent. Eine notwendige Gesellschafterversammlung im Hinblick auf die prekäre wirtschaftliche Situation der Fondsgesellschaft seht trotz entsprechender Forderung aus dem Gesellschafterkreis seit geraumer Zeit aus.

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