Freitag, 08. Juni 2007

Geschädigter Anleger stellt Insolvenzantrag

Verfahren gegen die Securenta AG eingeleitet

Bremen / Berlin. Was in den vergangenen Tagen bereits zu befürchten war, ist tatsächlich eingetreten. Ein unzufriedener Anleger der Göttinger Gruppe beziehungsweise des Tochterunternehmens Securenta AG hat einen Insolvenzantrag gestellt. Wie die auf Kapitalanlagerecht spezialisierte Kanzlei KTAG in Bremen mitteilte, soll sich der Anleger zu dem folgenreichen Schritt entschlossen haben, weil ein zwischen ihm und der Securenta AG geschlossener Vergleich über 17.000 Euro nicht eingehalten worden sei. Rechtsanwalt Jan-Henning Ahrens: „Wir haben erhebliche Zweifel, ob dieser Schritt sinnvoll war. Bisher hat die Göttinger Gruppe nach Einleitung der Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gezahlt. Jetzt wird möglicherweise ein Insolvenzverwalter völlig anders handeln.“

Ahrens rät deshalb allen Betroffenen, sofort alle Zahlungen an die Göttinger Gruppe und die Securenta AG einzustellen. Soweit Anleger einen Schadensersatzanspruch haben, handele es sich dabei um eine Insolvenzforderung im Sinne des Paragraph 38 der Insolvenzordnung: „ Diese Forderung ist zur Insolvenztabelle anzumelden.“ Außerdem bestünde im Falle der späteren Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Möglichkeit einer Aufrechnung. Anleger sollten jetzt sehr schnell handeln. Möglicherweise könne dadurch ein kleiner Teil des bereits eingezahlten Kapitals zurückverlangt werden.

Im gegenwärtigen Stadium des Verfahrens kann die Securenta AG noch durch Zahlung das eigentliche Insolvenzverfahren abwenden. Ahrens: „Das ist aber wohl eher eine theoretische Möglichkeit.“ Er rät den betroffenen Anlegern deshalb, unbedingt aufmerksam die Entwicklung zu verfolgen. Inzwischen sind zahlreiche Erzwingungshaftbefehle gegen das Management des Finanzdienstleisters erlassen worden.

KTAG vertritt mehrere hundert Geschädigte der Göttinger Gruppe. Laut Ahrens haben sich die augenscheinlichen Probleme schon seit Monaten abgezeichnet. Obwohl Verfahren erst- und zweitinstanzlich gewonnen wurden, hätten laut Ahrens sämtliche Zahlungsansprüche immer nur im Wege der Zwangsvollstreckung realisiert werden können: „Das ging jedes Mal bis hin zur Androhung der Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung.“ Freiwillig sei nie gezahlt worden. Massiver Druck sei sogar bei jenen Verfahren nötig gewesen, in denen vor Gericht Vergleiche mit der Göttinger Gruppe geschlossen worden sind. Es sei abzusehen gewesen, dass über kurz oder lang einer der geschädigten Anleger die „Notbremse“ ziehen würde.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist der Steuerberater Peter Knöpfel aus Hamburg bestellt worden. Gleichzeitig hat das Insolvenzgericht angeordnet, dass Verfügungen der Securenta AG ohne Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters nicht mehr ausgeführt werden.

Anleger müssen sich nach Ahrens Ansicht darauf einstellen, dass der Insolvenzverwalter sämtliche fälligen Beiträge geltend machen wird. Sie sollten sich unbedingt anwaltliche Hilfe suchen, um diesen Forderungen dann in rechtlich korrekter Hinsicht entgegentreten zu können.

Pressekontakt:
Bernd Frank

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