Aktuelle Rechtsfälle: KGAL PropertyClass Value Added 1 Europa-Fonds

Hohe Verluste beim Dachimmobilienfonds KGAL PropertyClass – Verjährung droht!

Anleger, die sich im Jahr 2007 an der European Real Estate GmbH & Co. Nr. 1 KG (kurz: Euro Real Estate Nr. 1) aus dem Hause der KG Allgemeine Leasing GmbH & Co. (KGAL) beteiligt haben, sollten umgehend mögliche Schadensersatzansprüche prüfen lassen!

Bisher hat dieser Dach-Immobilienfonds mit dem Namen KGAL PropertyClass Value Added 1 Europa-Fonds ca. 35% ausgeschüttet. Am Zweitmarkt wird der Dachfonds derzeit mit einem Restwert von ca. 25% gehandelt. Das bedeutet für die Anleger aktuell einen finanziellen Verlust von ca. 40% ihrer Einlage zzgl. des bezahlten Agios.

Gefahr der Rückforderung

Anleger sollten sich nicht einfach mit dem Schaden abfinden. Es besteht zudem die Gefahr, dass im Falle einer Insolvenz oft die Ausschüttungen von den Anlegern zurückgefordert werden. Eine Rückforderung ist immer dann möglich, wenn durch die Ausschüttungen keine Gewinne der Gesellschaft, sondern Liquiditätsüberschüsse ausgezahlt wurden (§ 174 Abs. 4 HGB). Der Anleger weiß aber nur selten, ob die Ausschüttungen aus Gewinnen oder aus der Liquidität des Fonds erfolgt sind.

Hierzu gesellt sich aus Anlegersicht oft ein zeitliches Problem. Wir haben wiederholt die Erfahrung gemacht, dass Fonds von der Geschäftsführung mit allen Mitteln so lange über Wasser gehalten wurden, bis etwaige Ansprüche der Anleger gegen den Vertrieb endgültig verjährt waren. Tritt der Insolvenzverwalter erst danach auf den Plan, kann dies für die Anleger nicht nur den Wertverlust ihrer Beteiligung, sondern zusätzlich auch die Pflicht zur Rückzahlung der Ausschüttungen bedeuten. So kann aus einem evtl. noch verschmerzbaren Verlust ein finanzieller Totalschaden werden!

Achtung – absolute Verjährung droht bald!

Privatanleger der Euro Real Estate Nr. 1, die sich nicht einfach mit dem Schaden abfinden wollen, sollten kurzfristig handeln! Denn ihren Ansprüchen (aus fehlerhafter Anlageberatung) droht schon bald die endgültige Verjährung - und zwar taggenau 10 Jahre nach der Zeichnung. Insoweit ist das Datum neben der Unterschrift auf der Beitrittserklärung entscheidend. Wurde die Beitrittserklärung z.B. am 01.05.2007 unterschrieben, tritt mit Ablauf des 01.05.2017 die endgültige Verjährung ein.

Ansatzpunkte für ein erfolgreiches Vorgehen

Von uns vertretene Anleger des KGAL PropertyClass Value Added 1 Europa-Fonds haben berichtet, dass dieser seinerzeit als "sichere" Form der Vermögensanlage beworben wurde. Als Investition in Immobilien sollte er einen wichtigen Baustein zur Risikostreuung des Vermögens und zur persönlichen Altersvorsorge darstellen. Deshalb griffen insbesondere ältere Anleger gern zu. Ein Kapitalverlust steht jedoch im krassen Widerspruch zur sicheren persönlichen Altersvorsorge.

Nach unseren Erfahrungen gibt es oft hinreichende Ansätze für eine Haftung der beratenden Bank. Diese Ansätze lassen sich auf 3 Säulen stützen; für ein erfolgreiches Vorgehen ist es bereits ausreichend, wenn z. B. ein Gericht sein Urteil auf nur eine der 3 Säulen stützen kann.

Die erste Säule bezieht sich auf den Vorwurf einer nicht anlegergerechten Beratung. Das bedeutet, dass die Empfehlung der Beteiligung an der Euro Real Estate Nr. 1 nicht zu den Anlagezielen, dem Anlagehorizont oder der Risikobereitschaft des Anlegers gepasst hat. Das ist z.B. dann der Fall, wenn der Anleger mit dem Wunsch nach einer sicheren und kapitalerhaltenden Anlage an seinen Bankberater herangetreten ist.

Die zweite Säule bezieht sich auf den Vorwurf einer nicht objektgerechten Beratung. Das beinhaltet den Vorwurf, dass dem Anleger die Risiken nur unzureichend dargestellt wurden. Anleger berichteten uns, dass dieser Dachfonds in der Beratung mit einer kurzen Laufzeit beworben wurde. Die Immobilien sollten kurzfristig entwickelt und nicht langfristig gehalten werden, so dass bereits nach kurzer Zeit mit einem Kapitalrückfluss aus dem Verkauf der Objekte zu rechnen sei.

Hingegen blieb oft unerwähnt, dass der KGAL PropertyClass Value Added 1 Europa-Fonds neben dem eigenen Management für jeden Zielfonds eine weitere Managementebene aufweist, was höhere Kosten verursacht. Das führt u. E. dazu, dass ein Dachfonds spekulativer investieren muss, um dem Anleger eine dem Einzelfonds vergleichbare Rendite bieten zu können. Zudem waren vielen Anlegern die hohen  Fremdfinanzierungsquoten bei den Zielfonds (höheres Risiko!) unbekannt. Und: Wurde Ihnen überhaupt rechtzeitig vor der Zeichnung der Emissionsprospekt übergeben?

Die dritte Säule stellen bei einer Beratung durch eine Bank die verschwiegenen Rückvergütungen dar.

Vertrauen Sie auf unsere Kompetenz!

Sie sehen, wir haben uns vertieft mit diesem Dachimmobilienfonds auseinandergesetzt. Für Anleger von geschlossenen Fonds hat unsere Kanzlei bereits tausende erfolgreiche Gerichtsverfahren geführt. Schauen Sie beispielhaft in unsere Urteilsliste unter "Erstrittene Urteile".

Im Falle eines Obsiegens können auch Sie von Ihrer beratenden Bank die Erstattung des Kapitalverlustes und die Übernahme sämtlicher Kosten verlangen.

Die Erfolgsaussichten müssen natürlich in jedem Einzelfall genau geprüft werden. Bei Fragen helfen wir Ihnen gerne weiter.

11.01.2017, von Dennis Göring

Kontakt zu Dennis Göring

Rechtsanwalt
Dennis Göring
Tel.: 030 / 887178-250
goering(at)kaelberer-tittel.de

Achtung!

Ansprüche verjähren nach Ablauf von 10 Jahren ab Zeichnungsdatum!

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