Aktuelle Rechtsfälle: Immobilienfonds IVG Euroselect

Totalverlust bei einzelnen Fonds des IVG EuroSelect möglich

Zigtausende von Anlegern haben in die verschiedenen IVG EuroSelect Fonds investiert. Inzwischen mussten Investoren allerdings erfahren, dass die Anlage in diese geschlossenen Immobilienfonds mit erheblich mehr Risiken verbunden war, als sie anfangs gedacht haben. Viele Anleger bangen um ihr Kapital – bis hin zu einem möglichen Totalverlust bei einzelnen Fonds. Es geht dabei auch um die Frage, ob die Anleger damals vor ihrer Zeichnung richtig beraten wurden. Es hat bereits einige rechtskräftige Landgerichtsurteile zugunsten von Anlegern gegeben, die die sie beratende Bank auf Schadensersatz wegen Falschberatung  bei IVG EuroSelect Fonds verklagten.

Häufig Nichtaufklärung über Kick-Backs

Und noch sehr viel mehr Anlegerklagen bezüglich der EuroSelect-Fonds sind noch virulent. Die Kanzlei Kälberer & Tittel vertritt beispielsweise Anleger der Fonds EuroSelect Acht, EuroSelect Elf, EuroSelect Zwölf und EuroSelect 14. Die Fonds waren von der IVG Immobilienfonds GmbH aufgelegt worden – unter Namen wie "Wert-Konzept Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH & Co. EuroSelect Acht KG". Wir sind davon überzeugt, dass noch viele weitere Urteile zugunsten von Anlegern in zurzeit anhängigen Verfahren kommen werden, insbesondere wegen Nichtaufklärung über die von der beratenden Bank vereinnahmten Rückvergütungen (Kick-Backs). Zudem geht es u. a. auch um fehlerhafte Emissionsprospekte.

Erhöhte Risiken aus der Kreditfinanzierung

Ein weiteres Problem dieser in europäische Immobilien (der Fokus lag auf Büroimmobilien) investierenden Fonds besteht darin, dass die Fondsgesellschaften die Immobilien nicht nur über die eingenommenen Anlegergelder finanziert haben, sondern auch - teils in erheblichem Umfang - über Darlehen. Diese so genannte Innenfinanzierung bringt nicht nur die "regulären" Zinslasten mit sich. Zum Teil haben fallende Immobilienpreise dazu geführt, dass die jeweiligen Beleihungswertgrenzen überschritten wurden und deshalb die Darlehensgeber höhere Zinsen verlangten – weshalb dann die betroffenen Fonds keine Ausschüttungen mehr leisteten.

Je höher der Fremdfinanzierungsanteil bei einem Fonds, umso höher ist i. d. R. auch das damit verbundene Risiko. Anleger wurden aber häufig von ihrer Bank nicht ausreichend über diese Risiken aufgeklärt, sondern die IVG EuroSelect Fonds als langfristig lohnende Anlage in prosperierende Wirtschaftsmetropolen und Ballungsräume angepriesen.

Ansprüche wegen fehlerhafter Beratung

Alles in allem resultieren aus diesen verschiedenen Gründen nicht nur Verluste für viele  Anleger wegen teilweise desolater Finanzlage und Perspektiven ihrer Fonds, sondern es bestehen zugleich oftmals gute Chancen auf Schadensersatz wegen fehlerhafter Beratung – und Rückabwicklung bzw. Abtretung ihrer Beteiligung. Betroffene Anleger können sich in solchen Fragen von einem Fachanwalt für Kapitalanlagerecht beraten lassen.

Schutzschirmverfahren für IVG Immobilien AG

Inwieweit sich die Turbulenzen und Probleme im IVG-Konzern selbst auf die von IVG-Gesellschaften gemanagten Immobilienfonds auswirken, ist zurzeit noch unklar.

Der hoch verschuldete IVG-Konzern kämpft seit 2008/2009 mit deutlichen Verlusten und hohen Wertberichtigungen auf seine Immobilien. Die gesamte Verschuldung der Unternehmensgruppe beläuft sich nach Medienberichten auf mehr als 4 Mrd. Euro. Unter anderem bereitet das Großprojekt "The Squaire" am Frankfurter Flughafen große Probleme, aber auch zum Beispiel die Londoner Büroimmobilie "The Gherkin".

Nachdem sich der Konzern nicht mit seinen Gläubigern auf ein Sanierungskonzept einigen konnte, beantragte die IVG Immobilien AG im August 2013 eine Insolvenz unter dem so genannten Schutzschirmverfahren, und das Amtsgericht Bonn hat dieses inzwischen auch genehmigt. Damit ist nun eine Sanierung in Eigenregie möglich - unter Aufsicht eines "Sachwalters", nämlich dem Düsseldorfer Rechtsanwalt Horst Piepenburg.

22.08.2013, von Daniela Gutermuth

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