CFB-Fonds 142 | Immobilienfonds | Aktuelle Rechtsfälle

Hohe Verluste trotz neuer Mietverträge beim CFB 142

Der geschlossene Immobilienfonds CFB 142 hat mit den bisherigen Mietern Ogilvy & Mather und Twentieth Century Fox of Germany neue Mietverträge geschlossen. Die Werbeagentur Ogily & Mather - als bisherige Untermieterin des Hauptmieters Hypothekenbank Frankfurt AG (früher Eurohypo), deren Mietvertrag 2017 ausläuft - hat einen Mietvertrag über rund 19.400 qm vereinbart, wie der Fondmanager Commerz Real mitteilte. Die Laufzeit betrage (vorerst) zehn Jahre. Und Twentieth Century Fox of Germany habe den bestehenden Mietvertrag über rund 2.750 qm vorerst bis Mitte 2021 verlängert. Damit seien nun 94 Prozent der Mietflächen langfristig vermietet, heißt es.

Allerdings: Die Anleger des im Jahr 2001 aufgelegten Immobilienfonds CFB 142 werden dennoch keine Gewinne erzielen – im Gegenteil. Von den 133 Mio. Euro Investitionsvolumen für das Bürogebäude in Frankfurt am Main (Stadtteil Sachsenhausen) waren 58 Mio. Euro von den Investoren eingebrachtes Eigenkapital. Der verbleibende Großteil war hingegen fremdfinanziert. Die Fremdfinanzierung erfolgte in Schweizer Franken. Dies hat sich nach unserer Einschätzung als wirtschaftlicher Fehlschlag erwiesen und den Fonds mit in den Abgrund gerissen. Hintergrund ist, dass der Schweizer Franken gegenüber dem Euro zwischenzeitlich deutlich gestiegen ist. Hierdurch konnte der Fonds seine Verpflichtungen aus der Fremdfinanzierung nicht mehr erfüllen und am Ende bekamen die Anleger keine Ausschüttungen mehr.

Daneben konnte der Fonds im Laufe der Jahre auch nicht die erwarteten Mieteinnahmen erzielen. Die bisherigen Ausschüttungen in Höhe von insgesamt 46,5 Prozent blieben somit hinter den Prognosen zurück. Commerz Real plant, das Bürogebäude 2015 zu verkaufen. Der Fondsmanager prognostizierte im Februar 2014 nur 18 Prozent Kapitalrückfluss aus dem Verkauf der Immobilie. Sollte es so kommen, würden die Anleger neben weiteren Ausschüttungen auch noch gut ein Drittel ihrer Einlagesumme verlieren.

Oft fehlerhafte Bankberatung

Die Anleger, die einzig auf die Versprechungen der Fondsmanager gesetzt haben, müssen sich nun mit erheblichen Verlusten abfinden. Andere Anleger, die ihre Bank wegen einer fehlerhaften Beratung vor der Fondszeichnung in Anspruch genommen und Schadensersatzansprüche geltend gemacht haben, können sich hingegen häufig freuen.

Anlegern wurden die Risiken einer solchen unternehmerischen Beteiligung oft verschwiegen. So wurde der Immobilienfonds CFB 142 nicht selten zur Altersvorsorge empfohlen. Auch wurde über die Rückvergütungen, die an die Bank flossen, nicht richtig aufgeklärt. Ein aktuelles Urteil vom 20.11.2014 bestätigt, dass Anleger in solchen Fällen erfolgreich vor Gericht gehen können. In dem von unserer Kanzlei vertretenen Fall verurteilte das Landgericht Bochum die Commerzbank AG zu Schadensersatz in Höhe von rund 14.000 Euro nebst Zinsen wegen fehlerhafter Beratung. Im Ergebnis bekommt der dortige Anleger seine Einlagesumme vollständig von der Bank zurück.

Die Bank hatte dem Kläger damals nur die Höhe des Agios als ihren Verdienst benannt, aber weitere von ihr vereinnahmte Vertriebsprovisionen (ca. 9%) verschwiegen. Das Gericht ordnete nun die Rückabwicklung der Fondsbeteiligung des Klägers an und verpflichtete die Bank zusätzlich, ihn von allen weiteren steuerlichen und wirtschaftlichen Nachteilen freizustellen, die aus der Beteiligung resultieren. Der Kläger hatte sich mit nominal 25.000 Euro beteiligt. Davon wurden bei der Schadensberechnung die bisher erhaltenen Ausschüttungen abgezogen.

4.12.2014, von Dennis Göring

Erfolgreiche Klagen beim CFB 142

Bei dem geschlossenen Immobilienfonds CFB 142 (CFB steht für Commerz Fonds Beteiligungsgesellschaft mbH) gibt es bereits mehrfach erfolgreiche Klagen von Anlegern auf Schadensersatz gegen die Vertriebsbank.

Commerzbank AG wegen mangelnder Aufklärung über erhaltene Provisionen verurteilt

Wegen fehlender Information über Provisionen (Kick-Backs) beim Immobilienfonds SILVA Grundstücksvermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Frankfurt Sachsenhausen KG (kurz: CFB 142) haben Anleger in mehreren Fällen die Commerzbank erfolgreich auf Schadensersatz verklagt. In den zwischen Dezember 2012 und Februar 2013 ergangenen Urteilen sprachen verschiedene Landgerichte den dortigen Klägern einen Anspruch auf Schadensersatz zu. Im Ergebnis erhalten die Anleger ihr Eigenkapital zzgl. Agio und abzgl. der erhaltenen Ausschüttungen zurück. Ein Teil der Entscheidungen ist bereits rechtskräftig.

Investitionsobjekt des Fonds war ein in Frankfurt-Sachsenhausen zu errichtendes 6-geschossiges Bürogebäude, das als Unternehmenszentrale an die Rheinische Hypotheken Bank AG, einer Tochtergesellschaft der Commerzbank, vermietet werden sollte.

Mangelnde Aufklärung über Kick-Backs = Kollision mit dem Kundeninteresse

Laut den benannten Gerichtsentscheidungen verschwieg die beratende Bank den klagenden Anlegern, die ihre Beteiligungen in den Jahren 2001 bzw. 2002 gezeichnet hatten, jeweils den Erhalt und die genaue Höhe der von ihr vereinnahmten Provisionen. Durch diese sog. Kick-Backs bestand aber eindeutig eine Kollision mit dem Kundeninteresse, befanden die Gerichte.

Auch konnte die Bank in keinem dieser Fälle konkret darlegen, den Anlegern den Prospekt rechtzeitig vor Zeichnung überlassen zu haben. Nach Auffassung der Landgerichte waren die Ansprüche der Kläger ebenso wenig verjährt. Zutreffend mussten sie sich auch keine Steuervorteile anrechnen lassen.

Fehlerhafte Beratung zu Verlustrisiken

In einem Fall bemängelte das erkennende Landgericht auch eine fehlende Beratung über das Totalverlustrisiko sowie über das Währungsrisiko aus der Objektfinanzierung in Schweizer Franken. Hierüber hätte der klagende Anleger aufgeklärt werden müssen, da es ihm wesentlich auf eine sichere, risikolose Altersvorsorge angekommen sei.

24.06.2013, von Dennis Göring

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