Arbeiten im Mutterschutz – das sind Ihre Rechte

Das deutsche Arbeitsrecht stellt Schwangere und Mütter unter einen besonderen Schutz. Festgehalten ist das besondere Schwangerschaft Arbeitsrecht im MuSchG (Mutterschutzgesetz), das den Schutz und die Gesundheit von Kind und Mutter während der Schwangerschaft, nach der Entbindung und in der Stillzeit sicherstellen soll. Doch wie genau ist der gesetzliche Mutterschutz geregelt, ist eine Kündigung im Mutterschutz möglich und kann man auf Mutterschutz verzichten? Über diese und weitere wichtige Fragen zum Arbeiten im Mutterschutz können Sie sich im Folgenden informieren.

Arbeitsrecht Schwangerschaft – das sagt das Gesetz

Im Mutterschutzgesetz finden sich vor allem Regelungen zu den Beschäftigungsverboten vor und nach der Geburt, zu Entgeltersatzleistungen wie dem Mutterschaftsgeld und zum Kündigungsschutz für Schwangere und Mütter. Zu den wichtigsten Regelungen zählen folgende:

  • Schwangere dürfen sechs Wochen vor der Entbindung bis mindestens acht Wochen nach der Geburt nicht beschäftigt werden; es sei denn, die Frau möchte unbedingt im Mutterschutz arbeiten und erklärt ihre Bereitschaft dazu ausdrücklich mit einer Mutterschutz Verzichtserklärung. Bei Frühgeburten und Mehrlingsgeburten gilt eine zwölfwöchige Schutzfrist nach der Entbindung.
  • Schwangere und stillende Mütter dürfen keine Nachtdienste leisten oder an Sonn- und Feiertagen arbeiten.
  • Die tägliche Arbeitszeit darf achteinhalb Stunden nicht überschreiten.
  • Die ununterbrochene Ruhezeit nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit muss mindestens elf Stunden betragen.
  • Für Schwangere und Stillende in Akkord- und Fließbandarbeit gilt ein generelles Beschäftigungsverbot. Ebenso verboten ist die Arbeit mit Gefahrenstoffen und schwere körperliche Arbeiten.

Kündigung Mutterschutz Arbeitnehmer – die Kündigungsfristen im Mutterschutz

§ 17 MuSchG regelt den besonderen Schwangerschaft Kündigungsschutz. Demnach ist eine Frau während ihrer Schwangerschaft und bis zum Ende der Schutzfrist unkündbar. Auch eine Frau, die nach der zwölften Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erleidet, ist erst frühestens vier Monate später kündbar. Selbst, wenn sich eine Schwangere in einem Arbeitsverhältnis befindet, in dem der gesetzliche Kündigungsschutz noch nicht greift, darf sie also nicht gekündigt werden.

Mutterschutz Arbeitgeber informieren:
Voraussetzung dafür, dass der Mutterschutz greift, ist, dass Sie Ihrem Arbeitgeber von der Schwangerschaft erzählen. Das müssen Sie allerdings nur, wenn Sie sich aus Sicherheitsgründen zu einer Mitteilungspflicht verpflichtet haben. Wenn Ihr Arbeitgeber eine Kündigung ausspricht und nichts von Ihrer Schwangerschaft weiß, so ist die Kündigung nach dem Mutterschutz unwirksam, wenn Sie Ihren Arbeitgeber innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt der
Kündigung von der Schwangerschaft in Kenntnis setzen. Zur Sicherheit sollten Sie aber dennoch eine Kündigungsschutzklage einreichen, da ohne diese die Kündigung nach drei Wochen doch wirksam werden kann, wenn sie nicht durch eine Kündigungsschutzklage angegriffen wird.

Arbeitsrecht Mutterschutz – wir beraten Sie

Wenn Sie sich näher über das Arbeiten im Mutterschutz, die Kündigung nach Mutterschutzfrist oder ein Beschäftigungsverbot informieren möchten, kann unter Umständen eine persönliche Beratung beim Anwalt sinnvoll sein. Auch, wenn Sie während einer Schwangerschaft Probleme mit Ihrem Arbeitgeber haben, weil beispielsweise die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen nicht eingehalten werden, ist der Gang zum Anwalt für Arbeitsrecht dringend zu empfehlen. Gern können Sie bei uns einen Termin für ein unverbindliches Gespräch vereinbaren.

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