Kündigung wegen Konkurrenztätigkeit oder Nebentätigkeit

Wer als Arbeitnehmer einer Konkurrenztätigkeit nachgeht, riskiert eine fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber oder zumindest eine Abmahnung wegen Konkurrenztätigkeit. Doch wie genau ist eine Konkurrenztätigkeit definiert, inwiefern unterscheidet sie sich von der Nebentätigkeit und dem Freundschaftsdienst und was können Sie als Arbeitnehmer im Falle einer außerordentlichen Kündigung bei Konkurrenztätigkeit unternehmen? All das und wie Sie ein Anwalt für Arbeitsrecht unterstützen und beraten kann, erfahren Sie im Folgenden.

Freundschaftsdienst, Nebentätigkeit, Konkurrenztätigkeit – das sind die Unterschiede

Während die Konkurrenztätigkeit fristlose Kündigungen zur Folge haben kann, sind Nebentätigkeiten und Freundschaftsdienste in einem gewissen Rahmen erlaubt. Doch welche Tätigkeit fällt unter welche Bezeichnung?

Der Freundschaftsdienst ist dadurch gekennzeichnet, dass er ohne Bezahlung erfolgt; ein kleines Dankeschön in Form einer Schachtel Pralinen oder einer Einladung zum Kaffee hingegen ist in Ordnung. Schneidet eine angestellte Friseurin beispielsweise in ihrer Freizeit einer Freundin unentgeltlich die Haare, so liegt weder eine Konkurrenztätigkeit noch eine Nebentätigkeit vor. Eine Nebentätigkeit liegt vor, wenn ein Arbeitnehmer neben seiner Haupttätigkeit in einem anderen Geschäftsfeld tätig sein möchte und diese Tätigkeit in Art und Umfang mit dem Arbeitgeber abspricht. Von einer Konkurrenztätigkeit spricht man dann, wenn die Tätigkeit nicht mit dem Arbeitgeber abgesprochen ist und im gleichen Geschäftsfeld angesiedelt ist wie die des Arbeitgebers, also in direkter Konkurrenz zu ihm steht.

Konkurrenztätigkeit Arbeitnehmer – das das müssen Sie wissen

Das Wettbewerbsverbot untersagt Arbeitnehmern die Aufnahme einer Konkurrenztätigkeit während Bestehen des Arbeitsverhältnisses, es sei denn, der Arbeitgeber erlaubt die Tätigkeit. Eine unerlaubte Konkurrenztätigkeit des Arbeitnehmers zieht Schadenersatz und unter Umständen eine außerordentliche Kündigung bei Konkurrenztätigkeit nach sich. Eine fristlose Kündigung wegen Nebentätigkeit kann drohen, wenn der Arbeitgeber mit der Nebentätigkeit gegen vertragliche Vereinbarungen verstoßen hat und die Nebentätigkeit in Konkurrenz zum Arbeitgeber steht und das nicht abgesprochen war. Ganz verbieten darf ein Arbeitgeber eine Nebentätigkeit allerdings nicht – das garantiert der in Art. 12 GG verankerte Grundsatz der Berufsfreiheit.  Wann ein Kündigungsgrund bei Nebentätigkeit vorliegt, muss im Einzelfall geprüft werden.

Auch die Konkurrenztätigkeit während Elternzeiten ist durch das Wettbewerbsverbot untersagt und kann eine fristlose Kündigung nach sich ziehen.

Kündigung bei Konkurrenztätigkeit – was nun?

Wenn Sie eine Kündigung wegen Konkurrenztätigkeit erhalten haben, sollten Sie keine Zeit verlieren und sich von einem Anwalt für Arbeitsrecht beraten lassen. Möglicherweise ist die Kündigung nicht wirksam und Sie haben mit einer Kündigungsschutzklage gute Chancen. Wir helfen Ihnen bei Ihrem individuellen Fall zur Konkurrenztätigkeit zuverlässig weiter. Gern beraten wir Sie auch zu Ihren Rechten, was eine Nebentätigkeit angeht und prüfen die entsprechenden Regelungen in Ihrem Arbeitsvertrag.

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