Kündigung bei Insolvenz – das können Sie als Mitarbeiter tun

Bei der Insolvenz des Arbeitgebers müssen die Mitarbeiter eines Unternehmens nicht nur finanzielle Einbußen befürchten, sondern auch um ihre Arbeitsplätze bangen. Wann eine Kündigung bei Insolvenzverfahren möglich ist und welche Kündigungsfristen bei Insolvenz einzuhalten sind, ist gesetzlich klar geregelt. Arbeitnehmer sollten sich bei einer Kündigung bei Insolvenz des Arbeitgebers nicht frühzeitig geschlagen geben, sondern gut über ihre Rechte informieren. Erfahren Sie hier alles Wichtige zur Kündigung bei Insolvenz und darüber, welche Handlungsoptionen Sie als Arbeitnehmer haben.

Kündigung – Insolvenzverwalter oder Eigenverwalter? 

Ob der Arbeitgeber eine Kündigung bei Insolvenz selbst aussprechen darf, ist abhängig von der Art der Insolvenzverwaltung. Bei der sogenannten Eigenverwaltung übernimmt der Arbeitgeber selbst die Führung des Insolvenzverfahrens und wird von einem Sachverwalter durch das Insolvenzgericht überwacht. Eine Kündigung bei Insolvenz kann in diesem Fall vom Arbeitgeber selbst vorgenommen werden. In den meisten Fällen wird die Insolvenzabwicklung jedoch von einem externen Insolvenzverwalter übernommen. Ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat der Insolvenzverwalter dann auch das Recht, die Kündigung des Arbeitnehmers bei Insolvenz vorzunehmen. Hierbei muss er allerdings eine Sozialauswahl treffen. Tut er dies nicht oder nur unzureichend, kann der Arbeitnehmer eine Kündigungsschutzklage einreichen.

Kündigungsfristen Insolvenz Arbeitnehmer – das sagt das Gesetz

Grundsätzlich ändert sich an einem bestehenden Arbeitsverhältnis bei Insolvenz nichts. Anders sieht es aber bei den Kündigungsfristen beim Insolvenzverfahren aus. Die Kündigung des Arbeitnehmers bei Insolvenz kann entgegen vertraglicher Vereinbarungen nach § 113 Insolvenzordnung innerhalb von drei Monaten zum Monatsende erfolgen, sofern keine kürzere Frist maßgeblich ist. Der Sonderkündigungsschutz, beispielsweise für Kündigungsschutzklage oder Schwerbehinderte, bleibt weiterhin bestehen und wird nicht durch die gesonderten Kündigungsfristen beim Insolvenzverfahren beeinflusst.

Eine Insolvenz an sich rechtfertigt keine Kündigung. Eine Kündigung bei Insolvenz kommt jedoch häufig vor, weil die Insolvenz Konsequenzen nach sich ziehen kann, die eine betriebsbedingte Kündigung rechtfertigen. Gründe für eine betriebsbedingte Kündigung ausgelöst durch Insolvenz sind beispielsweise ein Auftragsrückgang oder betriebsbedingte Personaleinsparungen.

Insolvenz Kündigung – was ist mit dem Lohn?

Jeder Arbeitnehmer hat auch bei einer Insolvenz des Arbeitgebers das Recht auf Lohnfortzahlung. Ist der Arbeitgeber zur Lohnfortzahlung nicht mehr in der Lage, übernimmt die Agentur für Arbeit die Zahlung. Dieses sogenannte Insolvenzgeld muss der Arbeitnehmer selbst beantragen. Wenn Sie von einer Kündigung bei Insolvenz betroffen sind und eine Beratung benötigen oder eine Kündigungsschutzklage anstreben, sind wir der richtige Ansprechpartner für Sie. Nehmen Sie im Bedarfsfall gern Kontakt zu uns auf – wir helfen Ihnen als Anwälte im Arbeitsrecht bei der Kündigung bei Insolvenz des Arbeitsgebers.

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