Kündigung wegen Auftragsmangel

Eine gute Auftragslage ist für den Erfolg eines Unternehmens maßgebend. Bleiben die Aufträge längere Zeit aus oder gehen stark zurück, sind Stellenkürzungen in vielen Unternehmen die Konsequenz. Arbeitnehmer, die eine Kündigung wegen mangelnder Auftragslage erhalten, fühlen sich häufig hilflos und wissen nicht, ob und wie sie gegen eine Kündigung wegen Auftragsmangel vorgehen können.

Wenn Sie von einer Kündigung wegen mangelnder Auftragslage betroffen sind und nicht weiterwissen, finden Sie hier die wichtigsten Informationen zum Thema auf einen Blick.

Wann ist eine Kündigung wegen mangelnder Auftragslage gerechtfertigt?

Die Kündigung wegen mangelnder Auftragslage zählt zu den betriebsbedingten Kündigungen. Hier unterscheidet man zwischen innerbetrieblichen und außerbetrieblichen Gründen. Wird einem Arbeitnehmer wegen Auftragsmangel gekündigt, so hat die Kündigung einen außerbetrieblichen Grund. Ob eine Kündigung wegen Auftragsmangel allerdings gerechtfertigt ist, muss im Einzelfall geprüft werden. Der Arbeitgeber unterliegt bei einer betriebsbedingten Kündigung wegen mangelnder Auftragslage der Beweispflicht und muss genau darlegen können, welche Umstände zu einem Auftragsrückgang geführt haben und warum eine betriebsbedingte Kündigung notwendig ist.

Wann ist eine Kündigung wegen Auftragsmangel wirksam?

Jeder Arbeitnehmer hat das Recht, gegen eine Kündigung wegen mangelnder Auftragslage vorzugehen. Das lohnt sich vor allem dann, wenn berechtigte Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Kündigung bestehen. Entschließt sich ein Arbeitnehmer für eine Kündigungsschutzklage, wird die Rechtmäßigkeit der Kündigung wegen Auftragsmangel eingehend geprüft:

  1. Der Arbeitgeber muss beweisen, dass tatsächlich ein Auftragsmangel vorliegt.
  2. Es muss ausgeschlossen werden können, dass eine Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers im Unternehmen möglich ist.
  3. Die Sozialauswahl muss ordnungsgemäß durchgeführt worden sein. Die Sozialauswahl stützt sich auf § 1 Abs. 3 KSchG  und fordert bei betriebsbedingten Kündigungen, dass die „Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Lebensalter, die Unterhaltspflichten und die Schwerbehinderung des Arbeitnehmers […]“ berücksichtigt werden.

Ein Beispiel aus der Praxis

In einem Urteil des Landesgerichts Frankfurt (Az. 9 Ca 4123/03) erklärte das Gericht eine Kündigung wegen Auftragsmangel für gegenstandlos, weil der Arbeitgeber nicht ausreichend genug dargelegt hatte, warum wegen des Auftragsrückgangs Entlassungen nötig seien. Hier bekamen ein Maler und ein Lackierer, die gegen ihre Kündigung wegen mangelnder Auftragslage vorgegangen waren, Recht.

Kündigung wegen Auftragsmangel – Ihr Anwalt für Arbeitsrecht unterstützt Sie

Wenn Sie als Arbeitnehmer von einer betriebsbedingten Kündigung wegen mangelnder Auftragslage betroffen sind, prüfen wir Ihren Fall und unterstützen Sie gegebenenfalls bei den weiteren Schritten. Weil Sie bei einer betriebsbedingten Kündigung nur drei Wochen Zeit haben, eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einzureichen, sollten Sie im Falle des Falls keine Zeit verlieren. Nehmen Sie gern jederzeit Kontakt zu uns auf, um eine unverbindliche und kostenfreie Erstberatung zu vereinbaren.

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