Kündigung wegen Arbeitsverweigerung – das müssen Sie wissen

Weigert sich ein Arbeitnehmer, die vertraglich vereinbarte Arbeitsleistung zu erbringen, kann eine fristlose Kündigung wegen Arbeitsverweigerung die Folge sein. Wirksam ist eine solche Kündigung allerdings nur dann, wenn der Arbeitnehmer zur Erbringung der vom Arbeitgeber geforderten Tätigkeit auch wirklich verpflichtet war.

Wenn Sie von einer Kündigung wegen Arbeitsverweigerung betroffen sind oder eine Abmahnung wegen Arbeitsverweigerung erhalten haben, können Sie sich im Folgenden näher informieren.

Arbeitsverweigerung fristlose Kündigung – die rechtlichen Grundlagen 

Wann ein Arbeitgeber wegen Arbeitsverweigerung aktiv werden kann, hängt vor allem davon ab, welche Arbeitsleistungen im Arbeitsvertrag vereinbart worden sind. Weigert sich ein Arbeitnehmer zur Durchführung von Aufgaben, die er laut Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung zu erfüllen hat, kann es zu einer (fristlosen) Kündigung wegen Arbeitsverweigerung kommen. Fehlt der Arbeitnehmer beispielsweise unentschuldigt oder weigert sich zur Ableistung vertraglich vereinbarter Überstunden, ist eine Kündigung wegen Arbeitsverweigerung legitim. In bestimmen Fällen ist es dem Arbeitnehmer jedoch gestattet, die Ausführungen von Arbeiten zu verweigern. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn…

  • ein erheblicher Lohnrückstand besteht. 
  • der Arbeitgeber Arbeitsschutzvorschriften verletzt.
  • der Arbeitgeber den Arbeitnehmer zu einer Straftat auffordert.
  • bei Ausführung einer Weisung eine Gefahr für den Arbeitnehmer besteht.
  • der Arbeitgeber eine Mehrarbeit unzulässig anordnet.


Dienstanweisung Arbeitsrecht: In Deutschland hat ein Arbeitgeber ein sogenanntes Weisungs- bzw. Direktionsrecht, das es ihm erlaubt, einem Arbeitnehmer bezüglich übertragener Aufgaben Weisungen zu erteilen. Hierbei muss er aber die arbeitsvertraglichen Bestimmungen berücksichtigen. Tut er das nicht, ist ein Arbeitnehmer zur Arbeitsverweigerung berechtigt.

Abmahnung Arbeitsverweigerung – die Vorstufe zur Kündigung

Wichtig zu wissen ist, dass einer Kündigung wegen Arbeitsverweigerung in der Regel eine Arbeitsverweigerung Abmahnung vorausgehen muss. Es ist also nur möglich, einen Arbeitnehmer wegen Arbeitsverweigerung (fristlos) zu kündigen, wenn der Kündigung bereits eine wirksame Abmahnung wegen Arbeitsverweigerung vorausgegangen ist. Eine fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung darf bei Greifen des Kündigungsschutzgesetzes nur in Ausnahmefällen ausgesprochen werden, wenn der Arbeitnehmer sich beispielsweise eines schweren Vergehens schuldig gemacht hat.

In Kleinbetrieben greift der Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz nicht, weswegen der Arbeitgeber vor der Kündigung wegen Arbeitsverweigerung keine Abmahnung erteilen muss. Gleiches gilt für das erste halbe Jahr der Beschäftigung in Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern – hier greift der Kündigungsschutz erst nach sechs Monaten.

Kündigung wegen Arbeitsverweigerung - der Interpretationsspielraum ist groß

Wann eine Kündigung wegen Arbeitsverweigerung im Einzelfall rechtens ist und wann nicht, ist immer wieder eine Streitfrage. Im Konfliktfall ist es wichtig, mit dem Arbeitgeber das Gespräch zu suchen, um Probleme zu besprechen und im besten Fall miteinander zu lösen. Sollte es jedoch zum Äußersten kommen, sollten Sie die Beratung von einem Anwalt für Arbeitsrecht in Anspruch nehmen, um sich genau über Ihre Rechte zu informieren. Unsere Experten sind gern für Sie da.

» Sprechen Sie uns unverbindlich für ein kostenfreies Erstgespräch an!
Top Ansprechpartner