Fristlose Kündigung im Arbeitsrecht – was wir als Experten raten

Eine fristlose Kündigung durch Arbeitgeber ist auch als die sogenannte außerordentliche Kündigung bekannt und versetzt die meisten Arbeitnehmer sofort in Angst und Schrecken. Das ist natürlich verständlich – schließlich sind mit der fristlosen Kündigung nicht nur der sofortige Verlust des Arbeitsplatzes und eine zwölfwöchige Sperrzeit beim Arbeitslosengeld, sondern auch Schwierigkeiten bei der zukünftigen Jobsuche verbunden. Trotz aller Ängste sollten Sie Ruhe bewahren, wenn Ihnen eine Kündigung fristlos erteilt wird. In vielen Fällen haben Sie als Arbeitnehmer nämlich gute Chancen, gegen die fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber vorzugehen oder zumindest eine Umwandlung in eine ordentliche Kündigung zu erreichen.

Fristlose Kündigung Arbeitgeber – diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Für eine außerordentliche fristlose Kündigung müssen besondere Voraussetzungen erfüllt sein, damit sie wirksam ist. Diese Voraussetzungen umfassen…

  • das Vorliegen eines wichtigen Grundes nach § 626 Abs. 1 BGB. Dies wird von der Rechtsprechung in zwei Schritten überprüft: Erstens muss der Sachverhalt an sich eine fristlose Kündigung rechtfertigen und zweitens muss er der Interessenabwägung standhalten.
  • die Einhaltung des § 626 Abs. 2 BGB, nach dem die fristlose Kündigung durch Arbeitgeber innerhalb von zwei Wochen nach Kenntnis des Kündigungsgrundes erfolgen muss. Zudem muss die fristlose Kündigung schriftlich erfolgen.
  • eine vorherige Abmahnung des Arbeitnehmers. Eine fristlose Kündigung darf nur in seltensten Fällen ohne vorherige Abmahnung erfolgen.
  • die Verhältnismäßigkeit und die Einhaltung des Ultima-Ratio-Prinzips. Demzufolge ist die fristlose Kündigung durch Arbeitgeber das letzte Mittel und es dürfen keine weniger schwerwiegenden Mittel wie beispielsweise die Versetzung auf einen anderen Arbeitsplatz in Betracht kommen.

Gründe für fristlose Kündigung können vielfältig sein

Für die fristlose Kündigung eines Arbeitnehmers müssen Gründe vorliegen, die der Arbeitgeber im Falle einer Kündigungsschutzklage des Arbeitnehmers auch beweisen können muss. Die Gründe für eine fristlose Kündigung müssen ein Weiterführen des Dienstverhältnisses für den Kündigenden nach § 626 Abs. 1 BGB unzumutbar machen und können sehr vielfältig sein. Als Gründe in Betracht kommen beispielsweise:

  • Unentschuldigtes Fehlen / Krankheit vortäuschen
  • Arbeitszeitbetrug
  • Beharrliche Arbeitsverweigerung
  • Sexuelle Belästigung, Mobbing, Beleidigung
  • Vertrauensbruch durch Diebstahl oder schwerwiegende Lügen
  • Verletzung der Treuepflicht

Der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmer in den meisten Fällen erst abmahnen, bevor eine fristlose Kündigung erteilt werden kann. Auf diese Weise muss dem Arbeitnehmer die Chance gegeben werden, sein Verhalten zu ändern.

Fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber – wehren Sie sich

In vielen Fällen ist eine fristlose Kündigung unrechtmäßig und kann mit dem richtigen Rechtsbeistand abgewendet oder zumindest abgemildert werden. Wenn Sie eine außerordentliche fristlose Kündigung erhalten haben und einen Rechtsbeistand benötigen, sind wir als Kanzlei, die nur Mandate der Arbeitnehmerseite übernimmt, der richtige Ansprechpartner für Sie.

Zögern Sie nicht, mit uns in Kontakt zu treten.

Top Ansprechpartner