Corona: Was sollten Arbeitnehmer im Falle einer Infektion oder eines Infektionsverdachtes tun?

Für Arbeitnehmer stellt sich schnell die Frage, was bei einem Verdacht auf eine Infektion mit dem Corona-Virus zu tun ist. Grundsätzlich sollte niemand leichtfertig mit der Infektionsgefahr umgehen und es gilt auch hier der Grundsatz, nicht erkrankt zur Arbeit zu erscheinen.

Was tun beim Verdacht, sich mit dem Corona-Virus angesteckt zu haben:

Wenn Sie Kontakt mit einer Person hatten, welche mit dem Corona-Virus infiziert ist und nun den Verdacht haben, dass Sie sich selbst angesteckt haben, sollten Sie ruhig bleiben. Informieren Sie am besten zunächst den Arbeitgeber über Ihren Verdacht und im Anschluss telefonisch ihren Hausarzt. Dieser wird Sie an das zuständige Gesundheitsamt verweisen.

Das Gesundheitsamt wird im Zweifel zunächst eine häusliche  Quarantäne nach § 30 IfSG aussprechen. Dann dürfen Sie gar nicht mehr zur Arbeit. Aber auch ohne dem Vorliegen einer solchen Anordnung können Sie zur Abklärung des Verdachtes zunächst von der Arbeit fernbleiben. Beim Vorliegen eines persönlichen Verhinderungsgrundes (§ 616 S.1 BGB), der nur vorübergehend vorliegt, dürfen Sie der Arbeit fernbleiben und Ihr Arbeitgeber muss das Gehalt dennoch weiter zahlen, soweit dies im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag nicht ausgeschlossen wurde. Der Arbeitgeber ist aber unverzüglich davon zu infomieren.

Wenn Sie infiziert sind:

Wenn Sie infiziert sind und Krankheitssymptome haben, sind sie arbeitsunfähig und in der Regel von einem Arzt krankgeschrieben worden. Dann erhalten Sie ihre Lohnfortzahlung wie bei einer normalen Krankschreibung auch.

Anders kann dies aber sein, wenn Sie noch keine Symptome zeigen. Hier wird aber regelmäßig eine Quarantäne § 30 IfSG verhängt und Sie müssen daheim bleiben. Hier muss Sie der Arbeitgeber zunächst weiter bezahlen. Er kann sich aber die Aufwendungen für Ihr Gehalt von den zuständigen Behörden (in der Regel das Gesundheitsamt) nach § 56 IfSG erstatten lassen. Wichtig ist aber, dass dieser Antrag innerhalb von 3 Monaten nach Anordnung der Quarantäne gestellt werden muss. Auch wird zu prüfen sein, ob sich Schadensminderungspflichten für den Arbeitgeber ergeben, etwa durch die Einrichtung eines Homeoffice-Arbeitsplatzes.

Der Arbeitgeber hat aber grundsätzlich kein Recht dazu, einen Arbeitsplatz bei Ihnen in Ihrem privaten Wohnraum einzurichten. In der augenblicklichen Situation kann es aber sinnvoll sein, eine Verständigung über die Möglichkeiten der Homeoffice-Arbeit zu betreiben.

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