Außerordentliche Kündigung des Arbeitnehmers

Das deutsche Arbeitsrecht räumt nicht nur dem Arbeitgeber fristlose Kündigungsgründe ein, sondern auch dem Arbeitnehmer. Wann eine fristlose Kündigung durch Arbeitnehmer gerechtfertigt ist, regelt § 626 Abs. 1 BGB. Demnach müssen für die außerordentliche Kündigung Gründe vorliegen, aufgrund derer dem Kündigenden eine Weiterführung des Dienstverhältnisses nicht zugemutet werden kann. Erfahren Sie hier, welche Kündigungsfrist für Arbeitnehmer gilt, die fristlos kündigen möchten, und welche Gründe eine sofortige Kündigung haben kann.

Fristlose Kündigung Arbeitnehmer – darauf müssen Sie achten

Damit eine außerordentliche Kündigung durch den Arbeitnehmer wirksam ist, müssen vier Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Kündigung des Arbeitnehmers muss laut § 626 Abs. 2 BGB nach Erkenntnis des Kündigungsgrunds innerhalb von zwei Wochen erfolgen.
  • Ein wichtiger Grund für die Kündigung nach § 626 Abs. 1 BGB muss vorliegen.
  • Die sofortige Kündigung muss nach § 623 BGB schriftlich erfolgen, es muss also ein Kündigungsschreiben des Arbeitnehmers vorliegen.
  • Die außerordentliche Kündigung muss das Eindeutigkeitsgebot erfüllen. Das heißt, dass der Arbeitgeber zweifelsfrei erkennen können muss, dass der Arbeitnehmer kündigen will.

Geht ein Arbeitgeber gegen die fristlose Kündigung des Arbeitnehmers vor, wird zunächst geprüft, ob der vom Arbeitnehmer angegebene Kündigungsgrund als wichtig einzustufen ist. In einem nächsten Schritt wird untersucht, ob ein Weiterarbeiten bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist zumutbar ist oder nicht.

Kündigungsrecht Arbeitnehmer – das sind fristlose Kündigungsgründe

Welche Kündigungsgründe Arbeitnehmer für die Rechtfertigung einer außerordentlichen Kündigung anbringen können, ist gesetzlich geregelt. Im Folgenden nennen wir beispielhaft einige Gründe für die fristlose Kündigung des Arbeitnehmers:

  • Lohnrückstände: Eine fristlose Kündigung durch Arbeitnehmer ist im Falle erheblicher Lohnrückstände möglich.
  • Verletzung des Arbeitsschutzes: Hält sich ein Arbeitgeber beispielsweise nicht an die zulässigen Arbeitszeiten, kann ein Arbeitnehmer fristlos kündigen.
  • Ehrverletzende Handlungen, beispielsweise sexuelle Belästigung, Beleidigung, Mobbing oder falsche Verdächtigung können eine außerordentliche Kündigung nach sich ziehen.

Beachten Sie, dass Sie Ihren Arbeitgeber in einigen Fällen wie beim Lohnrückstand oder der Verletzung von Arbeitsschutzvorschriften zunächst abmahnen müssen, bevor Sie eine außerordentliche Kündigung vornehmen können.

Besprechen Sie Ihre außerordentliche Kündigung mit einem Experten

Wenn Sie Arbeitnehmer sind und über eine außerordentliche Kündigung nachdenken, nehmen Sie am besten die Hilfe eines Anwalts für Arbeitsrecht in Anspruch: Kontakt. So gehen Sie sicher, dass Ihre Rechte umfassend vertreten werden. Die spezialisierten Anwälte in unserer Kanzlei übernehmen ausschließlich Mandate auf der Seite von Arbeitgebern. Dementsprechend beraten wir Sie professionell und gehen dabei natürlich auf Ihre ganz individuelle Situation ein.

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