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VW-Aktionäre massiv geschädigt – Musterklage auf Schadensersatz

Durch den VW-Dieselskandal geschädigte Aktionäre können sich bei unserer Kanzlei für das Kapitalanleger-Musterverfahren anmelden und so - mit deutlich weniger Aufwand und Kosten als bei einer individuellen Klage - ihre Ansprüche gegenüber dem Autokonzern geltend machen. Die Anmeldung muss bis spätestens 8. September 2017 erfolgen! Als Musterkläger hat das Oberlandesgericht Braunschweig im März dieses Jahres die Fondsgesellschaft Deka Investment bestimmt.

Begründung für den Schadensersatzanspruch infolge von Kursverlusten bei VW-Aktien: Die Volkswagen AG bzw. ihr Vorstand hätten frühzeitig die Aktionäre und die Öffentlichkeit über die Manipulationen bzw. die Ermittlungen der US-Behörden informieren müssen (Ad-hoc-Mitteilungspflicht über kursrelevante Informationen). Wir rechnen damit, dass sehr viele geschädigte VW-Aktionäre am Musterverfahren teilnehmen. Das Musterverfahren ist eine effiziente und kostengünstige Möglichkeit, sein Recht als VW-Aktionär durchzusetzen.

Verluste mit VW-Aktien wegen Abgas-Skandal?

Rechtliche Grundlagen

Die Volkswagen AG hat durch das Unterlassen der rechtzeitigen, unverzüglichen Ad-hoc-Meldungen über Insider-Informationen gegen das deutsche Wertpapierhandelsgesetz (§§ 13, 15, 37 WpHG) verstoßen. Durch diesen Verstoß hat sich das Unternehmen schadensersatzpflichtig gegenüber seinen Aktionären gemacht. Schadensersatz kann jeder Anleger fordern, der zum Zeitpunkt der öffentlichen Bekanntgabe der Abgasmanipulationen am 20. September 2015 Vorzugs- oder Stammaktien von VW besaß.

Höhe des Schadens

Die Höhe des Schadens muss im Einzelfall berechnet werden. Im Wesentlichen ist hierbei die Differenz zwischen dem Kauf- und dem Verkaufskurs zugrunde zu legen. Die im DAX enthaltene VW-Vorzugsaktie verlor nach Bekanntwerden des Skandals binnen weniger Tage rund 40 Prozent ihres Kurswerts. Momentan ist noch zu prüfen, zu welchem Zeitpunkt bzw. welchen Zeitpunkten genau die Volkswagen AG die erforderlichen Ad-hoc-Mitteilungen unterlassen hat.

Verjährungsfristen

Für die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen gibt es unterschiedliche Verjährungsfristen. Eine davon ist ein Jahr ab Kenntnis des Anlegers von den Manipulationen, das wäre mithin der 20. September 2016. ((Anleger, die bis zum 9.7.2015 VW-Aktien gekauft haben, müssen beachten, dass gemäß § 37b Abs. 4 WpHG alter Fassung die Ansprüche binnen eines Jahres ab Kenntnis von der Unterlassung verjähren. Dieser Absatz wurde mit Wirkung vom 9.7.2015 gestrichen.)) Da die Bearbeitung und Einreichung von Klagen aber stets einen gewissen zeitlichen Vorlauf haben, sollten betroffene Anleger schnell handeln. Unsere Kanzlei bietet die Teilnahme an dem Kapitalanleger-Musterverfahren an, die eine Art Sammelklage darstellt. Sie ist für den Einzelnen mit weniger Aufwand und weniger Kosten verbunden als eine klassische Einzelklage.

Sammelklage: Kapitalanleger-Musterverfahren

Beim Kapitalanleger-Musterverfahren klagt ein Musterkläger stellvertretend für alle Anleger, die sich dem Verfahren anschließen. Diese erhalten dadurch eine rechtliche Klärung, ohne selbst durch alle drei Instanzen klagen zu müssen. Sie sparen sich dadurch nicht nur viel Zeit und Mühen, sondern senken auch erheblich die Kosten. Voraussetzung sind mindestens zehn gleichgerichtete Klagen von Aktionären. Danach wird eine (Muster-)Klage herausgegriffen, die dann am zuständigen Oberlandesgericht (hier: Braunschweig) verhandelt wird.

Wie kann man sich am Musterverfahren beteiligen?

Erstens per eigener Klage, zweitens schlicht per Anmeldung (letztere hat den Vorteil, dass sie kostengünstiger ist; aber den Nachteil, dass ein Urteil  keine Bindungswirkung für den Anmelder hat). Auf jeden Fall hemmt die Anmeldung zum Musterverfahren die Verjährung.

Wichtig: Kauf- und Verkaufsbelege aufheben, um die Beträge sowie die Zeitpunkte der Transaktionen nachvollziehen und damit auch den einklagbaren Schaden berechnen zu können.

Was ist mit anderen Wertpapieren?

Betroffen von Kursverlusten und möglichen Schadensersatzansprüchen sind VW-Aktien (Vorzugs- und Stammaktien), aber auch andere Wertpapiere von VW wie Anleihen und Derivate (z. B. Optionen). Geschädigt sind nach unserer Einschätzung auch Porsche-Aktionäre, die ebenfalls Kursverluste erlitten haben. Ob man hier einen Schadensersatzanspruch begründen kann, ist allerdings im Moment fraglich.

Lassen Sie Ihre Ansprüche jetzt von unserer Kanzlei prüfen.

Wir sind bereits seit vielen Jahren sehr erfolgreich im Bereich Bank- und Kapitalanlagerecht tätig und in den Medien stets – auch gerade in der VW-Sache – ein kompetenter und oft zitierter Ansprechpartner. Hier können Sie sich anmelden:

Anmeldung zur Musterklage

Schnelle und kostenlose Ersteinschätzung

 

 

VW-Aktionärsklagen: Worauf müssen Anleger jetzt achten?

Rechtsanwalt Dietmar Kälberer, Experte für Kapitalmarktrecht, nimmt in einem Interview mit boerse-online.de zu sechs aktuellen Leser-Fragen Stellung (v. 18.02.2016):

1. Der Kursdifferenzschaden soll 61,80 Euro pro VW-Aktie betragen. Ist das zutreffend - und was kann ich als betroffener Aktionär tun?

Dietmar Kälberer: Der Kursdifferenzschaden wird verbindlich im Kapitalanlegermusterprozess geklärt werden. Obige Zahlen sind deshalb nur Schätzungen. Der einfachste und günstigste Weg ist, sich am Kapitalanlegermusterverfahren in Deutschland zu beteiligen. Die hierfür nötige Anmeldung muss ein Anwalt durchführen, da hier Anwaltszwang besteht. Das ist auch gut so, da hier einige Formalien und inhaltliche Vorgaben zu beachten sind. Geschädigte Aktionäre sollten sich an einen Fachanwalt für Kapitalmarktrecht wenden, der einerseits mit Musterverfahren Erfahrung hat und andererseits auch wegen der VW-Abgasmanipulation auch schon Klagen eingereicht hat.

2. Wann ist eine konkrete Aussage der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zum Thema VW zu erwarten?

Kälberer: Von der BaFin können Anleger erfahrungsgemäß nicht viel erwarten - in Sachen effektiver Anlegerschutz ist die Behörde meiner Meinung nach ein Papiertiger. Mit Informationen von Anlegern sieht es noch schlechter aus. Da verhinderte die BaFin aus meiner Sicht eher, als dass sie wirklich half.

3. Sollten betroffene VW-Aktionäre, wie verbreitet empfohlen, zunächst die weitere Entwicklung abwarten - und falls ja, bis wann?

Kälberer: Nein, das ist gefährlich. Diese Empfehlungen waren eher der Hoffnung geschuldet, dass sich der VW-Kurs mittelbar und dauerhaft wieder erholen könnte. In diesem Fall hätte man sich Rechtsberatungskosten ersparen können.

4. Wann drohen Schadensersatzansprüche der VW-Aktionäre zu verjähren?

Kälberer: In Paragraf 37 b Absatz 4 des Wertpapierhandelsgesetzes war bis zum 10.07.2015 eine kurze Verjährung von einem Jahr ab Kenntnis, spätestens drei Jahre ab Unterlassung geregelt. Durch Artikel 3 Nummer 9 des Kleinanlegerschutzgesetzes wurde diese Verjährung zwar ab dem 10.07.2015 aufgehoben, aber leider keine klare Übergangsvorschrift geregelt. Die Gesetzesbegründung hilft da auch nicht viel weiter, da auch diese zweideutig ist. Deshalb kann man sich prächtig darüber streiten, wann Käufe vor dem 10.07.2015 verjähren. Sicherheitshalber sollten betroffene Aktionäre ein Jahr nach Veröffentlichung durch VW annehmen, dann sind sie auf der sicheren Seite. Auch insoweit ist es dringend empfehlenswert, einen Anwalt einzubinden.

5. Ist eine Sammelklage in Deutschland möglich, eventuell auch vom europäischen Ausland her - zum Beispiel aus den Niederlanden?

Kälberer: In Deutschland ist nur das Kapitalanlegermusterverfahren möglich. Der Startschuss hierfür ist schon gefallen, die nötigen 10 Anträge sind eingereicht. Wenn VW Ende Februar hierzu Stellung genommen hat, kann das Landgericht diese veröffentlichen. Ob deutsche Anleger bei einer "Class action" in den USA teilnehmen, ist eher unwahrscheinlich. Ob eine Teilnahme an einem Musterverfahren in den Niederlanden für deutsche Anleger möglich ist, kann nicht nach deutschem Recht beurteilt werden. Dies erscheint mir eher kritisch und wenig nachvollziehbar, soweit die Aktien nicht über eine holländische Börse gekauft wurden oder der Anleger keinen Wohnsitz in den Niederlanden hatte. Normalerweise muss ein gewisser Bezug zu dem jeweiligen Land bestehen, kann letztlich aber wohl nur von einem holländischen Anwalt abschließend beurteilt werden. Im Zweifel empfehle ich keine Experimente mit fremden Rechtsordnungen.

6. Wie können sich betroffene VW-Aktionäre am Kapitalanlegermusterverfahren beteiligen?

Kälberer: Eine Anmeldung zum Kapitalanlegermusterverfahren ist für sie wahrscheinlich frühestens in etwa drei Monaten zu erwarten. Bis dahin "brennt" zwar nichts wirklich an. Soweit die Aktien noch im Bestand sein sollten, wäre aber gleichwohl dringend eine anwaltliche Beratung sinnvoll. Unter Umständen kann das weitere Halten der Aktien in einem späteren Verfahren schädlich sein. Zudem riskiert der Anleger weitere Verluste. Es kann gut sein, dass dann VW argumentiert, daran sei der Anleger selbst schuld, während Gewinne zu Gunsten von VW die Schadenssumme verringern sollen. Auch ansonsten ist da Einiges zu beachten - zum Beispiel Verzugssetzen wegen späterer Verzugszinsen oder Folgeschäden.

(in: boerse-online.de, 18.02.2016)

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