Aktuelle Rechtsfälle: Schiffsfonds "MPC Santa P-Schiffe"

MPC Santa P-Schiffe - Insolvenzverfahren für MS "santa patricia" eröffnet

Nachdem bereits im November 2013 die Fondsgesellschaft der MS "SANTA PRISCILLA" Insolvenz angemeldet hat, befindet sich nun ein weiteres der MPC Santa P-Schiffe in einem Insolvenzverfahren. Für die Fondsgesellschaft der MS "SANTA PATRICIA" wurde Ende Januar 2014 das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Damit befinden sich nun zwei der insgesamt sechs Schiffe des MPC-Fonds in der Insolvenz.

Insolvenzantrag für MS "SANTA PRISCILLA"

Das erste von sechs Schiffen des Flottenfonds MPC Santa P-Schiffe ist in der Insolvenz. Die Treuhandgesellschaft TVP teilte in einem Schreiben (vom 22.11.13) an die Anleger mit, wegen drohender Zahlungsunfähigkeit sei Antrag auf Insolvenz beim zuständigen Amtsgericht gestellt worden; ein vorläufiger Insolvenzverwalter sei eingesetzt. "Diese Entwicklung erfolgte, nachdem ein bankseitig veranlasster Verkauf des Schiffes nicht zustande kam", heißt es in dem Schreiben. Die Insolvenz der MS "SANTA PRISCILLA" Offen Reederei GmbH & Co. KG habe "derzeit keine direkte Auswirkung" auf die verbleibenden fünf Schifffahrtsgesellschaften.

Es müsse aber davon ausgegangen werden, dass ein Verkauf in naher Zukunft anstehe und der Erlös geringer sein werde als die bestehenden Verbindlichkeiten, so TVP weiter. Ein solcher Verkauf würde für die Gesellschafter bedeuten, dass sie weder Rückflüsse auf ihr indirekt in diese Schifffahrtsgesellschaft investierte Altkapital noch auf ihr (ggfls.) im Jahr 2011 anteilig in diese Gesellschaft investierte Neukapital erhalten. Vermutlich werde das eigentliche Insolvenzverfahren frühestens in drei Monaten eröffnet.

22.11.2013, von Stephanie Quast

Kapitalmassnahme 2013 bei "MPC Santa P-Schiffe" gescheitert!   

Mit Schreiben vom 10.07.2013 informierte die TVP die Anleger des MPC-Fonds Santa P-Schiffe über den aktuellen Stand der Kapitalmaßnahme 2013. Es erklärten sich 502 Gesellschafter sowie die Reederei Claus-Peter Offen GmbH & Co. KG bereit, insgesamt 7,4 Mio. Euro zur Verfügung zu stellen. Das Finanzierungskonzept 2013 sah jedoch eine Neukapitalzeichnung in Höhe von 19 Mio. Euro vor.

Laut TVP ist wegen der "bekanntermaßen inhomogenen Finanzierungsstruktur" eine Aufteilung des bereit gestellten Kapitals auf die sechs Fondsschiffe äußerst schwierig. Die Sanierung und Fortführung einzelner Schifffahrtsgesellschaften wurde von den finanzierenden Banken abgelehnt. Nach Ansicht der Fondsgeschäftsführung ist damit die Kapitalmaßnahme 2013 als gescheitert anzusehen.

Schiffsverkauf würde schulden nicht voll decken

Das gezeichnete Neukapital wird unter diesen Umständen nicht abgerufen. Dies ist jedoch nur ein kleiner Trost für die Anleger des Santa P-Schiffsfonds, denn laut TVP wird der Verkauf der Fondsschiffe wahrscheinlich nicht die Darlehensverbindlichkeiten in voller Höhe decken können. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es keinen Kapitalrückfluss an die Anleger geben.

So folgt der Santa P-Schiffsfonds seinem Schwesternfonds, dem Santa-B Schiffsfonds. Auch bei diesem war das Finanzierungskonzept erst kürzlich gescheitert. Im Februar 2013 mussten die Anleger über den Verkauf der Schiffe abstimmen. Im Gegenzug für die Zustimmung der Anleger zum Verkauf der Schiffe außerhalb eines Insolvenzverfahrens wurde den Anlegern versprochen, dass man auf die Rückforderung der Ausschüttung von 4,41 % verzichten werde.

Anders ist die Situation für die Santa P-Anleger. Im Schreiben vom 10.07.2013 heißt es: "Für Gesellschafter, die sich nicht durch eine Teilnahme an der ersten Kapitalmaßnahme in Gänze oder anteilig enthaftet haben, besteht aktuell noch eine Außenhaftung aus nicht gedeckten Liquidationsauszahlungen in Höhe von 18,5 % bezogen auf das jeweils eingesetzte Kommanditkapital."

Einer unserer Mandanten warf in diesem Zusammenhang die Frage auf, warum immer die Anleger zur Rückzahlung des Kapitals aufgefordert werden. Er gab zu Bedenken, dass man das Finanzierungskonzept 2013 hätte umsetzen können, wenn man stattdessen die Banken und Vertriebsgesellschaften zur Erstattung der erhaltenen Provisionen aufgefordert hätte. Tatsächlich lagen die Kosten der Kapitalbeschaffung bei über 22 Mio. Euro.

Schadenersatzansprüche gegen die beratende Bank

Wer sein Kapital retten will, muss andere Wege beschreiten. Deshalb sollten alle Betroffenen schnell fachkundigen Rat einholen. Oft bestehen Schadensersatzansprüche gegenüber der Bank, die die Fondsbeteiligung empfohlen hat. Eine individuelle Prüfung ist unumgänglich. Die Kosten hierfür übernimmt die Rechtsschutzversicherung. Daneben besteht die Möglichkeit der Übernahme des Kostenrisikos durch einen Prozessfinanzierer.

Im Einzelfall ist Eile geboten! Etwaige Schadenersatzansprüche verjähren spätestens 10 Jahre taggenau ab Zeichnung der Beitrittserklärung. Dies ist für diejenigen Anleger besonders relevant, die sich schon im Jahr 2003 an diesem Fonds beteiligt haben.

Weitere Informationen lassen wir Ihnen gerne zukommen.

10.07.2013, von Stephanie Quast

Kontakt zu Ines Edling

Rechtsanwältin
Ines Edling
Tel.: 030 / 887178-264
edling(at)kaelberer-tittel.de

Achtung!
Ansprüche verjähren nach Ablauf von 10 Jahren ab Zeichnungsdatum!

Beispiel:
Zeichnung am 22.03.2007
Verjährung am 22.03.2017

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