Aktuelle Rechtsfälle: Schiffsfonds "MPC Santa P-Schiffe 2"

MPC Santa P-Schiffe 2: Drei von vier Schiffen insolvent

Diesem Fonds des Hamburger Emissionshauses Münchmeyer Petersen Capital (MPC) gehören vier Vollcontainerschiffe der Panamax-Klasse mit Kapazitäten von jeweils rund 5.000 TEU an: "Santa Pamina", "Santa Placida", "Santa Pelagia" und "Santa Petrissa". Emissionsvolumen laut Prospekt: rd. 79 Mio. Euro; Gesamtinvestitionsvolumen (ohne Agio): rd. 229 Mio. Euro. Als Vertragsreeder wurde die Reederei Claus-Peter Offen verpflichtet.

Bei dem im Jahr 2007 vertriebenen Fonds wurden die jährlichen Ausschüttungen für das erste Jahr (2008) mit 7,25% prognositiziert, für 2009-2011 dann mit 7,5% p.a. und danach im Laufe der Jahre weiter ansteigend. Prognostizierter Gesamtmittelrückfluss (nach Steuern, inkl. Schiffsveräußerungserlösen) bis 2023: gut 234%, bezogen auf die Zeichnungssumme. Prospektierte Laufzeit: ca. 16,25 Jahre ab Übernahme der Schiffe durch den Fonds im Oktober 2007. Eine Kündigung des Gesellschaftsverhältnisses ist erstmals zum 31.12.2023 möglich.

Die Schiffshypothekendarlehen wurden je zur Hälfte in US-Dollar und japanischen Yen aufgenommen.

Die Prognosen erwiesen sich schon bald als Makulatur. Ausgeschüttet wurde nur einmalig: Nach den 7,25% für das Jahr 2008 wurden keinerlei Ausschüttungen mehr geleistet, weil bereits frühzeitig eine Währungsklausel bei den Fremdwährungsdarlehen verletzt worden war.

Als Treuhänderin fungiert die TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft. Diese teilte in ihrem im April 2014 vorgelegten "Kurzreport 2012/2013" mit, dass die beiden Schiffsgesellschaften "Santa Pelagia" und "Santa Petrissa" nicht fortgeführt werden konnten und deshalb und aufgrund des Wertverfalls der Schiffe das diesbezügliche Eigenkapital für alle Gesellschafter verloren sei. Die Insolvenzanträge waren im August 2013 bzw. im Dezember 2013 gestellt worden. Und die schlechten Nachrichten rissen nicht ab: Für die "Santa Pamina" wurde im August 2014 ebenfalls Insolvenzantrag gestel

Ausbau des Panamakanals - Charterratenverfall

Der Fonds wurde damals zu einer Zeit vertrieben, als längst bekannt war, dass der Panamakanal ausgebaut werden sollte und damit Schiffe der Panamax-Klasse künftig an Wettbewerbsfähigkeit verlieren würden, was sich wiederum negativ auf die erzielbaren Charterraten auswirken sollte. Und dies realisierte sich dann auch, verstärkt noch durch die Krise an den internationalen Schifffahrtsmärkten.

In der Beratung damals vor Zeichnung dieser Fondsbeteiligung hätten Anleger über den Panamakanal-Ausbau sowie die damit zusammenhängenden Konsequenzen für die Wirtschaftlichkeit der Fondsschiffe aufgeklärt werden müssen. Tatsächlich aber wurden in vielen Beratungen die Risiken dieser Anlage – die Schifffahrtsmärkte unterliegen ohnehin traditionell großen Schwankungen – nicht ausreichend dargestellt. Zudem stellt sich die Frage: Wurden Sie über die verdeckten Vertriebsprovisionen  (Rückvergütungen), die die Banken vereinnahmt haben, informiert?

Chancen auf Rückabwicklung und Schadensersatz

Wurde Ihnen in der Beratung erklärt, dass dies eine unternehmerische Beteiligung mit großen Risiken – bis hin zum Totalverlustrisiko – ist? Wenn dies nicht geschah und Ihnen der Fonds möglicherweise sogar zur Altersvorsorge empfohlen wurde, dann deutet dies auf eine fehlerhafte Beratung hin.  Solche Beratungsmängel können Ansprüche auf Schadensersatz durch die beratende Bank begründen. Dies ist auch dann der Fall, wenn Ihnen verdeckte Vertriebsprovisionen (Rückvergütungen / Kick-Backs), die die Bank für die Vermittlung der Fondsanlage vereinnahmt hat, verschwiegen wurden.

Die Anspruchsgrundlagen und die Erfolgschancen einer Klage auf Schadensersatz müssen jedoch in jedem Fall individuell geprüft werden. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich gerne an uns – wir helfen Ihnen weiter.

24.02.2015

Kontakt zu Ines Edling

Rechtsanwältin
Ines Edling
Tel.: 030 / 887178-264
edling(at)kaelberer-tittel.de

Top Ansprechpartner