MPC Santa-B-Schiffe | Schiffsfonds | Aktuelle Rechtsfälle

Verkauf der 14 Santa-B Fondsschiffe ist beschlossene Sache!

Nun ist es offiziell: Der Verkauf der Schiffe erfolgt außerhalb eines Insolvenzverfahrens. Dennoch besteht für die Anleger des MPC-Fonds Santa-B Schiffe kein Grund zu Freude. Wenn sie Glück haben, dürfen die Anleger ihre Ausschüttung in Höhe von 4,41% behalten. Das restliche Kapital ist dagegen wohl vollständig verloren. Denn die TVP kündigte bereits an, dass es keinen Kapitalrückfluss an die Anleger geben werde.

Zunächst werden nämlich die Verbindlichkeiten der finanzierenden Bank bedient. Ursprünglich belief sich das Darlehen auf 439,3 Mio. US-Dollar. Hiervon wurden gerade einmal 26% getilgt. Die verbleibenden Darlehensverbindlichkeiten von 74% müssen nun über den Verkaufserlös der Schiffe bedient werden. Wie die TVP im Kurzreport 2011/2012 ausführt, ist der Markt aber eher an Schiffen mit einer wesentlich höheren Containerkapazität interessiert. Daher geht die TVP davon aus, dass der Erlös die Verbindlichkeiten der Gesellschaft nicht decken wird.

Wie konnte es so weit kommen?

Die Anleger des Santa-B Schiffsfonds fragen sich nun zu Recht: Wie konnte es so weit kommen? Der Fonds wurde als langfristige Anlage mit einem Kapitalrückfluss von über 200 % beworben. Der Kapitalrückfluss wurde zumeist als sicher dargestellt. Immerhin handelte es sich beim Santa-B Schiffsfonds um eine Investition in gleich 14 Schiffe, d. h. in eine der weltweit größten Flotten. Wie kann es bei einem solchen Fonds zu einem Totalverlust des Kapitals kommen?

Hohe Fremdfinanzierung mit Dollar/Yen-Problematik

Unseres Erachtens war das Scheitern des Fonds nahezu vorprogrammiert. Der Fonds war zu knapp 65 % fremdfinanziert. Das Darlehen wurde in zwei Tranchen zu je 50% in US-Dollar und japanischen Yen aufgenommen. Der Prospekt unterstellt einen Wechselkurs von 110 JPY/1 USD. Tatsächlich lag der Kurs im Jahr 2005 zum Teil nur bei 102 JPY/ 1 USD. Aktuell ist 1 US-Dollar gerade einmal 97 japanische Yen wert.

Die Einnahmen des Fonds erfolgen in US-Dollar. Davon sollen die Ausschüttungen an die Anleger in Euro sowie die Raten der 50%igen Darlehenstranche in japanischen Yen gezahlt werden. Aufgrund des schlechten Währungskurses reichen die Einnahmen in US-Dollar zur Bedienung des Darlehens in japanischen Yen nicht aus.

Charterraten weit unter Erwartung

Dies gilt erst recht, da die Charterraten deutlich hinter den Prognosen des Prospektes zurückblieben. Die aktuellen Charterraten liegen zwischen 6.000 und 7.350 US-Dollar. Eine kostendeckende Charterrate läge jedoch im Bereich von etwa 18.000 US-Dollar. Grund für die niedrigeren Charterraten sind die weltweit bestehenden Überkapazitäten und der damit verbundene Preiskampf.

Auch diese Entwicklung war unseres Erachtens abzusehen. In einem Bericht der „WELT“ hieß es: „Den deutschen Werften geht es derzeit glänzend, doch der Gedanke an die bis 2012 drohenden weltweiten Überkapazitäten von bis zu 30 Prozent treiben den Managern an den Schiffsbaustandorten schon heute die Sorgenfalten auf die Stirn.“ Dieser Bericht erschien am 18.05.2006, also vor Schließung des Santa-B Schiffsfonds.

Hohe Nebenkosten

Starke Abweichungen von der prospektierten Prognose konnte der Fonds unserer Ansicht nach aufgrund seiner vergleichsweise hohen Anschaffungsnebenkosten nicht abfangen. Im Prospekt ausgewiesen werden Nebenkosten in Höhe von 8,04 %. Als Bezugsgröße wird jedoch das Gesamtfondsvolumen, d. h. inklusive der 65%igen Fremdfinanzierung des Fonds gewählt. Rechnet man die Nebenkosten anhand des Eigenkapitals der Gesellschafter, so erhält man einen Wert von 23%. Ein Anleger, der beispielsweise einen Betrag von 20.000 Euro zuzüglich des Agios von 1.000 Euro in den Fonds eingebracht hat, investierte davon letztlich nur rund 15.400 Euro in die Anschaffung der Schiffe, während 5.600 Euro für Nebenkosten verwendet wurden.

Wir sind der Ansicht, dass der Fonds von Beginn an auf wackeligen Füßen stand. Immerhin konnte der Fonds nicht ein einziges Mal prospektgemäß die Ausschüttungen an seine Anleger auszahlen. Was die Verantwortlichen jahrelang der Finanzkrise 2008 zugeschrieben haben, entpuppt sich aus unserer Sicht als Konstruktionsfehler.

Klagen gegen Vertriebsbank möglich

Wer sein Kapital retten will, muss aktiv werden. Deshalb sollten alle Betroffenen schnell fachkundigen Rat einholen. Oft bestehen Schadensersatzansprüche gegenüber der Bank, die die Fondsbeteiligung empfohlen hat – insbesondere, wenn sie als sichere Anlage empfohlen bzw. nicht ausreichend auf die Risiken hingewiesen wurde. Eine individuelle Prüfung ist unumgänglich.

Weitere Informationen lassen wir Ihnen gerne zukommen.

12.08.2013, von Stephanie Quast

Achtung!
Ansprüche verjähren nach Ablauf von 10 Jahren ab Zeichnungsdatum!

Beispiel:
Zeichnung am 22.03.2007
Verjährung am 22.03.2017

Top Ansprechpartner