MPC CPO Nordamerika Schiffe 1 | Aktuelle Rechtsfälle

MPC CPO Nordamerika Schiffe 1: Verlust- statt Erfolgswelle

"Fünfmal volle Fahrt voraus" – mit diesem Slogan warb das Emissionshaus Münchmeyer Petersen Capital (MPC) in seinem Prospekt 2008 für eine Investition in diesen Fonds. Heute könnte man sagen, für die Anleger war es eine Fahrt in stürmische Gewässer - sowohl was die Entwicklung der Schifffahrtsmärkte allgemein als auch was die Lage des Fonds im Besonderen angeht.

Dem Fonds gehören fünf Panamax-Vollcontainerschiffe (jeweils 4.255 TEU Containerkapazität) an: Die Schiffe "CPO Boston", "CPO Philadelphia", "CPO Richmond", "CPO Charleston" und "CPO Jacksonville". Die Gesamtinvestition inkl. Anschaffungsnebenkosten wird im Fondsprospekt mit rd. 281,3 Mio. Euro beziffert. Das prospektierte Emissionsvolumen betrug rd. 86 Mio. Euro, das Kommanditkaptal inkl. Agio rd. 90 Mio. Euro. Dabei wurde die Gesamthöhe der Provisionen im Fondsprospekt mit rd. 23,2 Mio. Euro angegeben.

Die Schiffshypothekendarlehen wurden zu je 50% in japanischen Yen und in US-Dollar aufgenommen.

Ab dem Jahr 2010 waren Ausschüttungen in Höhe von 6,5% p.a. prognostiziert worden, die dann während der Fondslaufzeit bis zum Jahr 2026 kontinuierlich  steigen sollten. Prognostizierter Gesamtmittelrückfluss: 243,3% bezogen auf die Kapitaleinlage (inkl. Schiffsveräußerungserlösen, nach Steuern). Erwartete Laufzeit ab Infahrtsetzung der Schiffe: 17,6 Jahre. Vertragsreeder des Beteiligungsangebotes war die Reederei Claus-Peter Off

Verfall der Charterraten – Keine Ausschüttungen

Nach dem Auslaufen der jeweils fünfjährigen Charterverträge für die Schiffe sukzessive ab Dezember 2013 bis August 2014 wurden vor dem Hintergrund der Marktentwicklung bei Containerschiffen nur noch Charterraten erzielt, die deutlich unter den erwarteten Einnahmen lagen. Viele Charterer setzten vornehmlich auf größere Schiffe. Ausschüttungen an die Anleger blieben allerdings schon von Anfang an aus, da bereits frühzeitig die so genannte 105%-Währungsklausel in den Darlehensverträgen mit den Banken verletzt wurde.

Bis heute hat die Fondsgesellschaft keine Ausschüttungen geleistet, und es sind nach unserer Einschätzung aufgrund des schwachen Marktumfelds auch auf absehbare Zeit keine zu erwarten. Besonders Schiffe in der Größenklasse unter 5.100 TEU waren bzw. sind von einem Kapazitätsüberangebot in der Containerschifffahrt betroffen. Bei praktisch allen fünf Schiffsgesellschaften wurden aufgrund der im Jahresverlauf 2014 schwieriger gewordenen Liquiditätslage Verhandlungen mit den finanzierenden Banken (Commerzbank und NordLB) über die weitere Tilgungsstruktur notwendig.

Problem Panamakanal-Ausbau

"Die CPO Nordamerika-Schiffe 1 gehören zu der größten Schiffsklasse, die die wohl wichtigste Seeverkehrsstraße der Welt befahren kann, den Panamakanal! Der flexible und weltweite Einsatz macht die Schiffe so begehrt." So wurde im Flyer für diesen Fonds geworben. Nur: Zur Zeit des Vertriebs der Fondsbeteiligungen im Jahr 2008 und auch bereits zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung (1. Februar 2008) war längst bekannt, dass der Panamakanal ausgebaut wird und damit Schiffe der Panamax-Klasse künftig an Wettbewerbsfähigkeit verlieren würden, was sich wiederum negativ auf die erzielbaren Charterraten auswirken sollte.

In der Anlageberatung damals vor Zeichnung dieser Fondsbeteiligung hätten Anleger über die Konsequenzen des Panamakanal-Ausbaus für die Wirtschaftlichkeit der Fondsschiffe aufgeklärt werden müssen. Tatsächlich aber wurden in vielen Beratungen die Risiken dieser Anlage – die Schifffahrtsmärkte unterliegen ohnehin traditionell großen Schwankungen – nicht ausreichend dargestellt. Zudem stellt sich die Frage: Wurden Sie über die verdeckten Vertriebsprovisionen (Rückvergütungen), die die Banken vereinnahmt haben, informiert?

Chancen auf Rückabwicklung und Schadensersatz

Wurde Ihnen in der Beratung erklärt, dass dies eine unternehmerische Beteiligung mit großen Risiken – bis hin zum Totalverlustrisiko – ist? Wenn dies nicht geschah und Ihnen der Fonds möglicherweise sogar zur Altersvorsorge empfohlen wurde, dann deutet dies auf eine fehlerhafte Beratung hin. Solche Beratungsmängel können Ansprüche auf Schadensersatz durch die beratende Bank begründen. Dies ist auch dann der Fall, wenn Ihnen verdeckte Vertriebsprovisionen (Rückvergütungen / Kick-Backs), die die Bank für die Vermittlung der Fondsanlage vereinnahmt hat, verschwiegen wurden.

Die Anspruchsgrundlagen und die Erfolgschancen einer Klage auf Schadensersatz müssen jedoch in jedem Fall individuell geprüft werden. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich gerne an uns – wir helfen Ihnen weiter.

25.02.2015

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