LF 75 MS "Almathea" | Schiffsfonds | Aktuelle Rechtsfälle

Lloyd Fonds LF 75 MS "Almathea": Nahezu Totalverlust für Anleger!

Anleger bei dem Schiffsfonds Lloyd LF 75 MS "Almathea" haben extrem hohe Verluste erlitten. Die Erstemission erfolgte Ende 2006 durch den Initiator Lloyd Fonds AG. Geplanter Anlagehorizont des im Frühjahr 2007 von der Werft ausgelieferten Vollcontainerschiffes (Kapazität 3.091 TEU) waren laut Emissionsprospekt ca. 19 Jahre. Investitionsvolumen (Platzierung) damals: 48,8 Mio. Euro, davon 19,5 Mio. Eigenkapital, 30,3 Mio. Fremdkapital. Die Bereederung des Schiffes erfolgte durch die Hamburger Reederei NSC Schifffahrtsgesellschaft mbH & Cie. KG.

Die Prognosen bzw. Planungen hörten sich im Prospekt sehr vielversprechend an: Ab 2008 waren Auszahlungen von 7% p.a. vorgesehen, insgesamt sollten sich  die Auszahlungen inkl. Verkaufserlös während der Fondslaufzeit auf 242% (bezogen auf das Kommanditkapital ohne Agio) summieren!

Doch es kam alles ganz anders. Die MS "Almathea" Schifffahrtsgesellschaft mbh & Co.KG  litt wie viele andere Fonds ebenfalls unter der Schifffahrtskrise und deutlich sinkenden Charterraten. Die Auszahlung 2008 betrug nur 3,6%, in den Jahren danach gingen die Anleger leer aus. Die Einnahmen konnten nicht mehr die Schiffsbetriebskosten plus Kapitaldienst abdecken. Ende August 2013 folgte dann der Verkauf des Vollcontainerschiffes. Das Ergebnis war für die Anleger erschreckend: Nach Tilgung der Verbindlichkeiten bei der finanzierenden Bank verblieb für die Anleger nur noch eine  Schlussauszahlung von 1,00% der Beteiligungssumme. Praktisch ein Totalverlust.

Überkapazitäten und Panamakanal-Ausbau

Der Vertrieb des Schiffsfonds LF 75 MS "Almathea" erfolgte im Jahr 2007. Schifffahrtsexperten hatten aber bereits damals vor Überkapazitäten aufgrund massiver Neubestellungen gewarnt. Doch: Hatte die Vertriebsbank auf diese Entwicklungen und deren Einfluss auf Schifffahrt und Charterraten hingewiesen?

Aus unserer Sicht wurden die Anleger regelmäßig nicht ausreichend über die Risiken dieser Anlage aufgeklärt. Insbesondere wurde nicht erwähnt, dass ein Ausbau des Panamakanals bereits geplant und absehbar war mit weitreichenden Folgen für die künftige Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit von Containerschiffen in der Größenklasse der MS "Almathea". Die Entwicklungen und Pläne rund um den Ausbau des Panamakanals wurden ebenso verschwiegen wie deren negative Auswirkungen auf die Vercharterung der Schiffe in der Zukunft – und ebenso auf deren möglichen Verkaufserlös am Ende der Fondslaufzeit. Die Verbreiterung des Panamakanals war bereits 2005 und 2006 in der Öffentlichkeit breit diskutiert worden, Pläne dazu waren ein Hauptthema im panamaischen Wahlkampf zu dieser Zeit. Die Absichten, den Panamakanal zu verbreitern, waren also schon vor dem Vertrieb des Fonds allgemein bekannt; und zur Zeit des Fondsvertriebs war der Ausbau bereits beschlossene Sache.

Anleger wurden auch oft nicht über die lange Laufzeit (Kündigung erstmals zum 31.12.2025 möglich) informiert, ebenso wenig über die Vertriebsprovisionen in Höhe von – nach unserer Kenntnis – bis zu 15,46% der Nominalbeteiligung. Auch wenn der Emissionsprospekt nicht rechtzeitig vor der Zeichnung übergeben wurde, stellt dies ein Mangel und somit eine mögliche Anspruchsgrundlage für Schadensersatz dar.

Was können geschädigte Anleger tun?

Im Falle solcher Mängel aufgrund von Falschberatung etc. müssen Anleger nicht gänzlich die Hoffnung aufgeben. Daraus können sich Schadensersatzansprüche gegen die beratende Bank ergeben. Wie gut die Chancen im Einzelfall jeweils sind, muss allerdings individuell geprüft werden. Möchten Sie weitere Informationen oder sich anwaltlich beraten lassen? Wir helfen Ihnen gerne weiter.

24.04.2014, von Ines Edling

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