LF 70 Flottenfonds X | Aktuelle Rechtsfälle

Verschwiegene Probleme der Panamax-Schiffe beim Lloyd LF-70  

Seit einiger Zeit warten Anleger des LF 70-Flottenfonds X vergeblich auf ihre Ausschüttung. Es ist zu befürchten, dass es noch schlimmer kommen wird, denn den Anlegern wurde verschwiegen, dass die MS "Miami" als Schiff der Panamax-Klasse in absehbarer Zeit nicht mehr marktfähig ist.

Im Emissionsprospekt wurde sogar besonders hervorgehoben, dass die MS "Miami" als sog. Panamax-Schiff den Vorteil habe, zu den größten Schiffen zu gehören, die den Panamakanal noch befahren können. Aber: Bereits seit Anfang 2001 ist in den obersten Kreisen der Kanalbehörde von einem Ausbau des Panamakanals die Rede. Im Mai 2004 wurde Martin Torrijos als Präsident von Panama gewählt. Sein Wahlprogramm bestand neben der Bekämpfung der Armut vor allem in dem Vorhaben einer Verbreiterung des Panamakanals. Seit seinem Amtsantritt wurden zahlreiche Gutachten erstellt und der Ausbau geplant. Der Prospekt des LF 70 Flottenfonds X stammt aus März 2006 - die Problematik wird dort aber verschwiegen!

Die Verbreiterung des Kanals wird voraussichtlich 2014/2015 abgeschlossen sein. In einem Vorgängerfonds der Lloyd Fonds AG, dem LF-Flottenfonds IV, wies der Beirat die Anleger in einer Stellungnahme auf die Problematik hin: "Zukünftig können wesentlich größere Schiffe mit deutlich geringeren Slot-Kosten (Kosten je TEU-Stellplatz) dieselbe Route einschlagen. Das wird sich auf den Marktwert und somit die Charterraten solcher ehemaliger Panamax-Schiffe negativ auswirken."

Die Fondsgesellschaft zu jenem Schiff der Panamax-Klasse hat inzwischen Insolvenzantrag gestellt, nachdem sie über ein Jahr lang vergeblich versucht hatte, das Schiff zu verkaufen. Den Anlegern droht nach dem Insolvenzantrag nicht nur der Verlust des noch nicht zurückerhaltenen Kapitals, sondern auch die Rückzahlung der bisherigen Ausschüttungen!

Was bedeutet das für Ihre Anlage?

Derzeit sind die Einnahmen noch mit Festcharterverträgen bis 2014/2015 gesichert - und dann fangen die Probleme des LF 70-Flottenfonds X aus unserer Sicht erst richtig an. Zurzeit beläuft sich die Tagescharterrate der MS "Miami" noch auf 31.875 USD. Wenn Schiffe dieser Größenordnung überhaupt noch einen vorübergehenden Chartervertrag erhalten, so liegt die Charterrate derzeit bei rd. 9.000 USD – also weniger als ein Drittel.

Aber auch bei der MS "Newark" sieht der Charterindex nicht besser aus. Erzielt sie derzeit noch eine Charterrate von 25.950 USD bis Ende 2014, so liegt die Tagescharter bei Neuverträgen für solche Schiffe aktuell nur noch bei rd. 7.000 USD. Mit diesen Chartereinnahmen könnten noch gerade so die Schiffsbetriebskosten gedeckt werden; eine Darlehenstilgung ist dann schon nicht mehr möglich.

Branchenkrise dämpft Nachfrage

Die Fondsgesellschaft setzt allerdings immer noch auf das "Prinzip Hoffnung" und eine Erholung des Chartermarktes – aus unserer Sicht sollten die Anleger aber keinesfalls darauf vertrauen. Nicht nur der Ausbau des Panamakanals wird die Nachfrage nach Panamax-Schiffen dämpfen, sondern auch die Tatsache, dass die weltgrößte Containerreederei AP Moeller-Maersk wegen der Branchenkrise ihre Investitionen in diese Sparte zurückfahren wird und damit einen Strategieschwenk vollzieht. "In den kommenden fünf Jahren werden wir keine wesentlichen Beträge mehr in Maersk Line investieren", wurde Konzernchef Nils Andersen in der FTD am 19.11.2012 zitiert.

Klagen auf die Vertriebsbank konzentrieren

Anstatt weiter auf Ausschüttungen zu hoffen, sollten Anleger des LF 70-Flottenfonds X dafür sorgen, dass die Verursacher der Misere den Schaden tragen, und gegebenenfalls insbesondere Schadenersatzansprüche gegen die Vertriebsbanken geltend machen. Denn für den Vertrieb dieser Beteiligungen erhielten die Vertriebsbanken hohe Provisionen, ohne die Anleger darüber aufzuklären.

Damit hat jeder Anleger aus unserer Sicht sogar mindestens zwei Erfolg versprechende Ansatzpunkte für eine Haftung der Vertriebsbank: Verschweigen der Provision und Verschweigen der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung auf dem Containerschiffsmarkt. Darüber hinaus wurde der LF 70-Flottenfonds X oftmals als sicheres oder konservatives Investment empfohlen. Dies kann erst recht Schadensersatzansprüche begründen.

Wer sich nicht wehrt, bekommt auch nichts

Freiwillig passiert bei einer Bank nach unserer Erfahrung heute leider nichts, d.h. Sie müssen Ihre Rechte auch verfolgen. Wir sind der Überzeugung, dass Sie

  • die Erstattung des Kapitalverlustes und
  • die Übernahme sämtlicher Kosten durch die Vertriebsbank

mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich durchsetzen können.

Weitere Informationen erhalten Sie gerne von unserer Kanzlei. Die Erfolgsaussichten müssen gleichwohl in jedem Einzelfall genau geprüft werden. Dies können wir aber erst machen, wenn wir die vollständigen Unterlagen und Informationen haben. Wenn sich insoweit wider Erwarten unsere Einschätzung der Erfolgsaussichten im Einzelfall verschlechtern sollte, würden wir Sie gesondert informieren und dann das weitere Vorgehen abklären.

Referenzen – Urteile statt Worte

Unsere Kanzlei hat z.B. das Verfahren, dass zum Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofes zu aufklärungspflichtigen Rückvergütungen vom 20.01.2009 (Az: XI ZR 510/07) führte, betreut. Gegen die Commerzbank AG und andere Banken haben wir über tausend erfolgreiche Verfahren bei geschlossenen Fonds geführt. Weitere Nachweise und Referenzen finden Sie bei uns unter der Rubrik Urteile.

05.08.2013, von Ines Edling

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