LF 65 Flottenfonds VIII | Aktuelle Rechtsfälle

Aktueller Geschäftsbericht zum Lloyd-Flottenfonds VIII - Weiter schlechte Aussichten

Zu den Chartereinnahmen aller vier Schiffe bleibt nur die Feststellung: Nicht zufriedenstellend, wie dies auch die Lloyd Treuhand GmbH in ihrem im Januar 2015 vorgelegten Geschäftsbericht für 2013 selbst einräumt. Darin heißt es in einem zusammenfassenden Ausblick zur HELENA SCHULTE KG: "Wie bereits mitgeteilt, wurden aufgrund der geringen Einnahmen und der langen beschäftigungslosen Zeit … die aus den Vorjahren angesparten Liquiditätsreserven aufgebraucht." Das daraufhin im September 2014 vorgestellte Restrukturierungskonzept wurde nicht umgesetzt, "da die Voraussetzungen zur Umsetzung bisher nicht erfüllt wurden". Sollten die laufenden Verhandlungen mit der finanzierenden Bank scheitern, werde das Schiff verkauft. Ob aus einem Verkaufserlös für die Anleger dann – nach Tilgung der Restschulden des Fonds – überhaupt noch etwas übrig bleibt, stellt selbst die Treuhandgesellschaft in Frage.

Bei der LONDON STAR KG ist noch unklar, ob das Schiff verkauft wird. Bei der NORO KG hat die finanzierende Bank laut Geschäftsbericht Maßnahmen gegen die Verletzung der LTV-Klausel (Beleihungsquote) gefordert.

Damit gibt es zumindest bei drei der vier Schiffe große Probleme. Fazit aus dem Geschäftsbericht 2013: "Eine Auszahlung an die Anleger des LF-Flottenfonds VIII wird aufgrund der derzeit anhaltenden Unsicherheiten auch in 2014 nicht möglich sein." Zum 31.12.2013 valutierten die Schiffshypothekendarlehen auf US-Dollar-Basis insgesamt in Höhe von 67,22 Mio. Dollar.

Klar ist aus unserer Sicht: Die Überkapazitäten auf den Schiffsmärkten und die niedrigen Charterraten werden auf kurze Sicht nicht behoben bzw. ausgeglichen werden. Viele neue und verbrauchsärmere und zum Teil größere und dadurch wirtschaftlichere Schiffe kommen auf den Markt – was nicht nur die Beschäftigungssituation und die Charterraten negativ beeinflusst, sondern auch mögliche Erlöse bei einem Verkauf von Schiffen.

Damit wird die Situation für den Fonds auf unabsehbare Zeit sehr schwierig bleiben. Die Treuhandgesellschaft nennt dies in ihrem Ausblick leicht beschönigend "große Herausforderungen".

19.02.2015, von Ines Edling

LLoyd Fonds LF 65 Flottenfonds VIII

Hohe Verlustgefahr beim LF 65

Der LF 65 - Flottenfonds VIII besteht aus zwei neuen Container- und zwei neuen Tankschiffen und  wurde  im Jahr 2005 vom Emissionshaus Lloyd Fonds AG aufgelegt. Dem LF VIII gehören die Schiffe MS "Helena Schulte", MT "London Star", MT "New York Star" sowie MS "Noro". Im Emissionsprospekt vom September 2005 wurden die Kaufpreise der vier Schiffe mit insgesamt 194,4 Mio. US-Dollar angesetzt. Rund 72,6 Mio. Euro Kommanditkapital wurden eingesammelt; zudem Fremdkapital in Höhe von rd. 106,8 Mio. Euro aufgenommen.

"Vier Neubauschiffe für den stark wachsenden Welthandel" – die Aussage dieses Eröffnungsslogans im Prospekt enthielt zur Zeit des Fondsvertriebs jedoch nur "die halbe Wahrheit". Denn damals waren Pläne zum Ausbau des Panamakanals bereits bekannt; der Ausbau war absehbar - mit weitreichenden negativen Folgen für die künftige  Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Schiffe. Stattdessen wurde von der Fondsgesellschaft sogar die Schiffsgröße – da sie durch den Panamakanal passten – besonders positiv als wirtschaftlicher Vorteil hervorgehoben. Die Entwicklungen rund um den Ausbau des Panamakanals und deren negative Auswirkungen auf die Vercharterung der Schiffe in der Zukunft – sowie auf deren möglichen Verkaufserlös am Ende der Fondslaufzeit – haben die Renditechancen des Fonds von vornherein beeinträchtigt. Die Verbreiterung des Kanals, die 2015/2016 abgeschlossen sein  soll, hat den vorherigen Wettbewerbsvorteil der Schiffe konterkariert und vielmehr ins Gegenteil verschoben.

Doch: Hat die Vertriebsbank ihre Kunden damals auf diese Entwicklungen und Risiken hingewiesen?

Prognostiziert wurden im Prospekt Ausschüttungen (bezogen auf das Kommanditkapital ohne Agio) in Höhe von 7 % p.a. 2007 und dann auf bis zu 18% p.a. im Jahr 2022 ansteigend. Tatsächlich ausgeschüttet wurden nur 3,00% 2006 und 5,00% 2007, danach nichts mehr. Stattdessen stehen die Anleger nun vor dem Verlust eines Großteils ihrer Einlage – an Ausschüttungen ist schon lange nicht mehr zu denken. Die Schiffe wurden zu deutlich mehr als 50% mit Fremdkapital finanziert, was ein erhöhtes Risiko bedeutete: Bei Verzögerungen im Kapitaldienst kann die finanzierende Bank die Kredite fällig stellen, was einen sofortigen (Not)Verkauf von Schiffen bedeuten kann.

Außerdem: Der Anstieg der Schiffsbetriebskosten wurde mit 2,5% p.a. (ab 2012) im Prospekt sehr niedrig kalkuliert; erfahrungsgemäß war dies kaum realistisch, das Risiko stärker steigender Kosten wurde aus unserer Sicht gänzlich außer Acht gelassen. Ebenso das Wechselkursrisiko, da die Einnahmen in US-Dollar generiert werden, die Ausschüttungen aber in Euro erfolgen sollten. Der Dollar hat sich aber vom damals kalkulierten Kurs deutlich abgeschwächt. Zudem wurde ein Teil der Schiffshypothekendarlehen in Yen aufgenommen – auch hieraus resultierte ein Wechselkursrisiko.

Kein realistisches Szenario / Hohe Weichkosten

Fehlerhafte Angaben im Emissionsprospekt wurden in der Regel in der Beratung nicht richtig gestellt (z. B. fehlte ein realistisches Worst-Case-Szenario). Auf oben beschriebene Risiken wurde i.d.R. nicht ausreichend hingewiesen. Zudem wurde häufig der Fondsprospekt nicht rechtzeitig vor der Zeichnung übergeben. Und: Rückvergütungen in Höhe von bis zu 15% wurden von der Bank i.d.R. verschwiegen.

Der gesamte Weichkostenanteil beläuft sich nach unserer Kenntnis – bezogen auf das eingesetzte Eigenkapital – auf rund 28,5%! Das heißt, von dem eingesetzten Kommanditkapital der Anleger (inkl. Agio) flossen letztlich weniger als drei Viertel in die Investition.

Seit Jahren ist nun die Lage leider so, dass die in der Krise deutlich gesunkenen Charterraten nicht ausreichen, um die Schiffsbetriebskosten und den Kapitaldienst abzudecken. Eine durchgreifende Besserung bei den Charterraten ist nicht in Sicht, zumal voraussichtlich 2015/2016 der Panamakanal fertig ausgebaut sein dürfte.

Es besteht also weiterhin für Anleger eine hohe Verlustgefahr ihres angelegten Kapitals. Im Falle von Falschberatung durch die Bank besteht allerdings auch Anspruch auf Schadensersatz.

Wenn Sie sich beraten lassen oder weitere Informationen einholen möchten, wenden Sie sich gerne an unsere Kanzlei. Wir helfen Ihnen weiter.

27.03.2014, von Ines Edling

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Ansprüche verjähren nach Ablauf von 10 Jahren ab Zeichnungsdatum!

 

Beispiel:
Zeichnung am 12.03.2005
Verjährung am 12.03.2015

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