Aktuelle Rechtsfälle: LLoyd LF-50 Flottenfonds V

Liquiditätsprobleme beim LF-Flottenfonds V

Der Verfall der Charterraten und Schiffspreise macht dem LF-Flottenfonds V schwer zu schaffen. Der LF-Flottenfonds V investierte in drei Containerschiffe (Größenklasse zwischen 2.478 und 2.824 TEU); er umfasst die drei Schifffahrtsgesellschaften MS "Sarah Schulte",  MS "Julia Schulte", MS "Victoria Schulte" GmbH & Co. KG.

Im März 2013 wurde nun für die Schifffahrtsgesellschaft MS "Julia Schulte" Shipping GmbH & Co. KG Insolvenz angemeldet. Kurz zuvor noch hatte die Gesellschafterversammlung dem Verkauf des Schiffes mehrheitlich zugestimmt. Allerdings entschieden die finanzierenden Banken kurzfristig, dass sie die notwendige Liquidität bis zum Schiffsverkauf nicht mehr länger sichern könnten und verließen das sinkende Schiff.

Rückzahlung erhaltener Ausschüttungen

Auch das Ende 2012 in Aussicht gestellte Restrukturierungskonzept für den gesamten LF-Flottenfonds V konnte nicht umgesetzt werden. Um die unter anderem verbliebene MS "Sarah Schulte" Shipping GmbH & Co. KG in ihrer Liquidität zu stärken, kündigte die Fondsgesellschaft mit Schreiben vom 18.02.2013 das aus ihrer Sicht erteilte Darlehen, welches die Anleger in Form von Ausschüttungen erhalten haben, und forderte die Anleger zur Rückzahlung auf. Ziel der Maßnahme sei, "den Fortbestand der Schifffahrtsgesellschaft über das derzeit schwache Marktumfeld zu sichern".

Der Bundesgerichtshof erklärte in einer Entscheidung zugunsten der Anleger eines anderen Schiffsfonds, dass die Fondsgesellschaften die dortigen Ausschüttungen nicht zurückverlangen können, auch wenn diese als Darlehen an die Anleger ausgezahlt wurden (BGH Urteil vom 12.03.2013 zu den Aktenzeichen II ZR 73/11 und II ZR 74/11). Die Rückzahlungsaufforderungen beim LF-Flottenfonds V könnten daher unberechtigt sein.

Hinsichtlich der MS "Victoria Schulte" Shipping GmbH & Co. KG ließ die Fondsgesellschaft schon im Schreiben vom 18.02.2013 anklingen, dass auch hier Ende 2014 ein Liquiditätsbedarf entsteht. Dann werden aller Voraussicht nach weitere Ausschüttungen zurückgefordert.

Marktschwäche hält an

Nach dem "Prinzip Hoffnung" teilt die Fondsgesellschaft mit, dass die Marktschwäche zwar mittelfristig noch anhalten werde, aktuell seien aber bereits sehr leichte Erholungstendenzen erkennbar. Einen solchen Trend können wir jedoch nicht erkennen.

Die Flottenkapazität hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Die Aufträge für Schiffsneubauten hatten 2008 einen Höhepunkt erreicht, und schon 2009 war die Zahl der Schiffsauslieferungen sehr hoch. Noch bis zum Jahr 2016 sind die Orderbücher für Containerschiffe gut gefüllt, eine Erholung ist daher noch lange Zeit nicht in Sicht. Der Verfall der Charterraten und Schiffswerte betrifft auch das Größensegment der Schiffe des LF-Flottenfonds V (ca. 2.500 bis 3.000 TEU). Zugleich kam auch der geregelte Handel von gebrauchten Containerschiffen nahezu vollständig zum Erliegen; die zu erzielenden Preise liegen teilweise nur wenig über den Schrottwerten der Schiffe.

Hohe Risiken und Vertriebsprovisionen statt "stille Reserven"

Beworben wurde der LF-Flottenfonds V noch mit "hervorragenden Marktperspektiven und sehr guten Charterern". Hervorgehoben wurde insbesondere auch, dass die drei Neubau-Containerschiffe zu "alten" Preisen unterhalb der damals aktuellen Marktpreise in den Fonds eingehen würden, was eine "stille Reserve" von rd. 20 Mio. Euro für die Fondsanleger (= ca. 45% des Zeichnungskapitals) bedeute!

Wenn Ihnen als Anleger dies von der Vertriebsbank als „sichere Anlage“ oder zur Altersvorsorge verkauft und nicht ausreichend auf die Verlustrisiken hingewiesen wurde, so haben Sie gute Chancen, Schadensersatzansprüche durchzusetzen.

Häufig wurden Anleger auch nicht über die von der Bank erhaltenen Vertriebsprovisionen (Rückvergütungen bzw. Kick-Backs) aufgeklärt. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) muss die Bank ungefragt über solche Provisionen und deren Höhe informieren. Auch dies stellt einen Haftungsanspruch gegen die beratende Bank dar.

Wer sich nicht wehrt, bekommt auch nichts

Freiwillig passiert bei einer Bank nach unserer Erfahrung heute leider nichts, d.h. Sie müssen Ihre Rechte auch verfolgen. Wir sind der Überzeugung, dass Sie

  • die Erstattung des Kapitalverlustes und
  • die Übernahme sämtlicher Kosten durch die Vertriebsbank

mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich durchsetzen können.

Weitere Informationen erhalten Sie gerne von unserer Kanzlei. Die Erfolgsaussichten müssen gleichwohl in jedem Einzelfall genau geprüft werden. Dies können wir aber erst machen, wenn wir die vollständigen Unterlagen und Informationen haben. Wenn sich insoweit wider Erwarten unsere Einschätzung der Erfolgsaussichten im Einzelfall verschlechtern sollte, würden wir Sie gesondert informieren und dann das weitere Vorgehen abklären.

Referenzen – Urteile statt Worte

Unsere Kanzlei hat z.B. das Verfahren, dass zum Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofes zu aufklärungspflichtigen Rückvergütungen vom 20.01.2009 (Az: XI ZR 510/07) führte, betreut. Gegen die Commerzbank AG und andere Banken haben wir über tausend erfolgreiche Verfahren bei geschlossenen Fonds geführt. Weitere Nachweise und Referenzen finden Sie bei uns unter der Rubrik Urteile.

06.08.2013, von Ines Edling

Kontakt zu Ines Edling

Rechtsanwältin
Ines Edling
Tel.: 030 / 887178-264
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Ansprüche verjähren nach Ablauf von 10 Jahren ab Zeichnungsdatum!

 

Beispiel:
Zeichnung am 12.03.2005
Verjährung am 12.03.2015

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