Aktuelle Rechtsfälle: Schiffsfonds König & Cie. "Suezmax-Tanker-Fonds III"

Verkauf von MT "Cape Balder" und MT "Cape Bantry"

Renditefonds 55 Suezmax-Tanker-Fonds III

Die Geschäftsführung des König & Cie. Renditefonds 55 "Suezmax-Tanker-Fonds III" hat die beiden Schiffe MT "Cape Balder" und MT "Cape Bantry" nach eigenen Angaben für jeweils 16,25 Mio. US-Dollar verkauft, die ursprünglich einmal für insgesamt 144 Mio. US-Dollar erworben wurden. Die Kommanditisten hatten zuvor mehrheitlich einem Vorratsbeschluss über einen Verkauf der Schiffe zugestimmt. Käufer sind zwei Gesellschaften mit Sitz in Monrovia/Liberia.

Eine Fortführung der beiden Gesellschaften MT "Cape Balder" Tankschifffahrts GmbH & Co. KG und MT "Cape Bantry" Tankschifffahrts GmbH & Co. KG sei als nicht sinnvoll erachtet worden, da die Kostenbelastung durch die im nächsten Jahr anstehenden Dockungen der beiden Tanker eine Fortführung nicht erlaubt hätte. Ein Verkauf sei daher unausweichlich gewesen, heißt es in einem Schreiben an die Fondsgesellschafter. Durch die Verkaufserlöse könnten die Bankdarlehen vollständig abgelöst und alle Verbindlichkeiten bezahlt werden. Darüber hinaus werde man einen Teil des Nachschusskapitals aus dem Betriebsfortführungskonzept zurückführen können – über die genaue Höhe des Rückzahlungsbetrages würden die Kommanditisten im Verlauf der Liquidation der Fondsgesellschaften informiert. "Weitere Auszahlungen an die Anleger werden aus dem Verkauf beider Tanker nicht erfolgen können", so die König & Cie. Treuhand GmbH.

Totalverlust für Anleger

Mit anderen Worten: Bezogen auf das investierte Kommanditkapital stehen die Anleger hier vor einem Totalverlust, während die Gläubiger – insbesondere die Banken – ohne Verluste davonkommen. Und noch mehr: Selbst von den Nachschusszahlungen erhalten die Anleger nur einen Teil zurück. Im Emissionsprospekt prognostiziert worden war damals ein Kapitalrückfluss (vor Steuern und Agio) in Höhe von 215,60% auf das Standardkapital und in Höhe von 199,50% auf das Vorzugskapital. Die Ausschüttungen betrugen bislang jedoch nur 22,5% auf das Standard- bzw. 26% auf das Vorzugskapital.

Der Fonds war vom Hamburger Emissionshaus König & Cie. GmbH & Co. KG im Jahr 2006 aufgelegt worden. Die Mindestzeichnungssumme betrug 15.000 Euro zzgl. Agio. Zur Kaufpreisfinanzierung wurden rd. 64 Mio. Euro Kommanditkapital eingesammelt und umgerechnet rd. 75,5 Mio. Euro Fremdkapital aufgenommen. Kaufpreis der beiden Schiffe laut Emissionsprospekt: 115,3 Mio. Euro (inkl. Nebenkosten); einschließlich anderer Kosten (insbesondere Vergütungen/ Provisionen) beliefen sich die Gesamtkosten lt. Prospekt auf 136,6 Mio. Euro.

Bei Falschberatung: Schadensersatz möglich

Wer vor der Zeichnung der Fondsanteile nicht ausreichend über die Risiken aufgeklärt oder anderweitig falsch beraten wurde, indem diese Schiffsfonds beispielsweise als relativ sichere Anlage oder zur Altersvorsorge empfohlen wurden, kann auf Schadensersatz klagen. Auch andere mögliche Mängel wie z. B. Prospektfehler können Schadensersatzansprüche begründen.

Die Erfolgsaussichten müssen jedoch in jedem Einzelfall individuell geprüft werden. Wenn Sie hierzu Fragen haben bzw. weitere Informationen wünschen – wir helfen Ihnen gerne weiter.

08.09.2014, von Ines Edling

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