KGAL Seaclass 6 | Aktuelle Rechtsfälle

Ablenkungsmanöver beim KGAL SeaClass 6 – Anleger dürfen Ausstieg nicht verpassen!

Ende des Jahres 2015 haben die Anleger der MUNDAN Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG („ KGAL SeaClass 6“) über ein Restrukturierungskonzept abgestimmt. Dadurch sollte ein Zwangsverkauf der beiden Tankerschiffe des Fonds durch die finanzierende Bank verhindert werden. Seitens der Fondsgesellschaft wurde das Konzept u.a. damit beworben, dass die Anleger auf diesem Weg "zumindest in begrenztem Umfang an künftigen Erlösen" partizipieren würden.

Nach unserer Einschätzung handelt es sich hierbei um ein Ablenkungsmanöver nach dem Prinzip Hoffnung. Die Anleger sollen hingehalten werden, während ihnen eventuell zustehende Schadenersatzansprüche akut zu verjähren drohen.

Dabei dürfte für Hoffnung wenig Anlass bestehen. Durch das Restrukturierungskonzept wurde ein amerikanischer Hedgefonds, die MHR Fund Management LLC, als Gesellschafter aufgenommen. Die MHR beschreibt sich auf ihrer Homepage (www.mhrfund.com) als Private Equity Investor, der bei beteiligten Unternehmen die "Kontrolle übernehmen" oder jedenfalls einen "signifikanten Einfluss" ausüben möchte. Zur Erreichung ihrer Ziele schreckt die MHR u.U. auch nicht vor einer "Insolvenz" des Zielunternehmens zurück. Diese Zielsetzung der MHR spiegelt sich nach unserer Auffassung auch im Restrukturierungskonzept wider. Danach erhält die MHR 75 % der Stimmen bei Beschlussfassungen und stellt zwei von drei Beiräten. Daher stellt sich die jetzige Situation für uns wie folgt dar:

1.      Etwaige Erträge dienen in erster Linie der Befriedigung der finanzierenden Bank und anderer Gläubiger. Sollten dem Fonds danach noch Gelder verbleiben, fließen die Ausschüttungen wegen der neuen Erlösverteilung vorrangig an die MHR. Erst danach kommen die Anleger.

2.      Wegen der Änderungen im Gesellschaftsvertrag kann die MHR im Fonds beliebig schalten und walten. Sie kann sogar bestimmen, dass die Tankerschiffe veräußert werden, obwohl sie nur einen Bruchteil des Kapitals des Fonds stellt.

Im Ergebnis haben die Anleger nun wohl deutlich weniger Rechte und dürften auch bei einer Erlösverteilung höchstwahrscheinlich leer ausgehen. Deshalb halten wir es für unwahrscheinlich, dass die Anleger von einer möglichen wirtschaftlichen Erholung des Fonds profitieren werden. Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt. Doch während die Anleger darauf hoffen, zumindest einen kleinen Teil ihres eingesetzten Kapitals zurückzuerhalten, verlieren sie sehr zeitnah die Möglichkeit, auf anderem Weg ihr eingesetztes Geld ersetzt zu bekommen.

Denn: Viele Anleger des KGAL SeaClass 6 wurden von ihrer damaligen Bank falsch beraten. Ihnen wurde die Anlage als sicher dargestellt. Risiken wurden nicht benannt. Provisionen zugunsten der beratenden Bank wurden regelmäßig verheimlicht. Auch den Prospekt, auf dessen Grundlage viele Beratungen erfolgten, halten wir für fehlerhaft. Wir halten es daher für sehr wahrscheinlich, dass vielen Anlegern Schadenersatzansprüche gegen die damals beratende Bank zustehen.

Noch können die Anleger diese Ansprüche gegen die beratende Bank geltend machen. Doch die Zeit wird knapp. Demnächst werden die – werthaltigen – Schadenersatzansprüche verjähren. Ansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung verjähren taggenau 10 Jahre nach Zeichnung. Insoweit ist das Datum neben Ihrer Unterschrift auf der Beitrittserklärung entscheidend. Wurde die Beitrittserklärung z.B. am 28.10.2006 unterschrieben, tritt mit Ablauf des 28.10.2016 die absolute Verjährung ein.

Viele Anleger scheuen sich, ihre Ansprüche gegenüber der beratenden Bank geltend zu machen. Dafür besteht aber kein Grund. Anleger des KGAL SeaClass 6 haben mit Hilfe unserer Kanzlei ihre Schadenersatzansprüche gegen die damals beratende Bank wegen einer mangelhaften Anlageberatung geltend gemacht und Recht bekommen. Sowohl das Landgericht Stuttgart als auch das Landgericht Berlin haben die beratende Bank zugunsten unserer klagenden Mandanten zum Schadenersatz verurteilt. Das Landgericht Stuttgart gab unserem Mandanten Recht, weil dieser während der Beratung nicht über die vereinnahmten Provisionen aufgeklärt wurde, was nach unserer Erfahrung seinerzeit die Regel war. Das Landgericht Berlin verurteilte die beratende Bank, weil unser Mandant nicht auf die erhebliche Laufzeit des Fonds hingewiesen wurde. Beide Entscheidungen sind rechtskräftig.

Vor diesem Hintergrund sollten die Anleger des KGAL SeaClass 6 ihre Verluste nicht klaglos hinnehmen, sondern sich über ihre Rechte informieren!

Für Anleger von geschlossenen Fonds hat unsere Kanzlei bereits über 1.000 erfolgreiche Gerichtsentscheidungen erstritten. Im Falle eines Obsiegens können auch Sie von Ihrer beratenden Bank die Erstattung des Kapitalverlustes und die Übernahme sämtlicher Kosten verlangen.

Die Erfolgsaussichten müssen natürlich in jedem Einzelfall genau geprüft werden, was erst nach Einreichung vollständiger Unterlagen möglich ist.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

29.09.2016, von Dennis Göring

Landgericht Berlin verurteilt Commerzbank AG zu Schadensersatz

KGAL Seaclass 6 - Zwei Produktentanker

Eine Geldanlage zur Altersabsicherung mit einem mittelfristigen Anlagehorizont und einer gesicherten Rendite – das war der Wunsch eines Anlegers aus Berlin. Die Bank empfahl ihm eine Beteiligung an dem geschlossenen Schiffsfonds KGAL Seaclass 6. Doch nach etwa fünf Jahren stand der Anleger vor hohen Verlusten – und verklagte seine Bank auf Schadensersatz und Rückabwicklung des Investments. Das Landgericht Berlin hat die ihn damals beratende Commerzbank AG nun zu Schadensersatz in Höhe von 15.219,98 Euro zuzüglich Zinsen verurteilt (Urteil vom 30.09.2014, Az. 37 O 395/13). Außerdem muss sie den Kläger von allen Schäden und Nachteilen freistellen, die ihm aus der im Dezember 2006 gezeichneten Beteiligung an der MUNDAN Mobiliengesellschaft mbH 6 Co. KG (kurz "Sea Class 6") entstehen. Im Gegenzug tritt der Kläger seine Fondsbeteiligung an die Bank ab. Diese muss auch die Prozesskosten übernehmen.

Der zum Investitionszeitpunkt 68 Jahre alte Kläger war bereits seit vielen Jahren Kunde der Bank und seit mehreren Jahren auch schon von dem Mitarbeiter der Commerzbank beraten worden, der ihm am 8. Dezember 2006 in einem Gespräch in der Bank den genannten Fonds zur Anlage empfahl. Der Kläger hatte auf dem üblichen Beratungsbogen als Anlageziel "Altersvorsorge" und "kurz- bis mittelfristiger Anlagehorizont" sowie "gesicherte Rendite" angegeben, zudem als Anlagestrategie "wachstumsorientiert" angekreuzt. Nach der Beratung zeichnete er eine Beteiligung im Nennwert von 20.000 US-Dollar (plus 5% Agio) am KGAL Sea Class 6. Der Berater hatte die Anlage nach Aussage des Klägers empfohlen, sie dabei als sehr sicher bezeichnet und insbesondere auf die überdurchschnittlichen Wachstumsraten in der Schifffahrt hingewiesen. Zu der langen Laufzeit, dem Totalverlustrisiko und den Rückvergütungen an die Bank habe der Berater dagegen nichts gesagt. Der Prospekt sei erst bei der Zeichnung übergeben worden. Die Bank widersprach diesen Angaben.

Beratungsfehler der Bank - Rückabwicklung

Der Fondsprospekt benennt auf Seite 6 als erstmalige ordentliche Kündigungsfrist den 31.12.2027. Er weist Kosten für die Kapitalbeschaffung in Höhe von 12% aus; wobei die Bank zumindest das Agio und eine darüber hinausgehende Vertriebsprovision vereinnahmte. Von den im Prospekt prognostizierten Ausschüttungen erhielt der Anleger nur welche für die Geschäftsjahre 2007 (891,88 Euro) und 2008 (212,77 Euro); der schon früh in Schieflage geratene Schiffsfonds setzte die Ausschüttungen danach aus.

Der Kläger verlangte die Rückabwicklung der Beteiligung und somit die Erstattung seiner Beteiligungssumme zuzüglich des Agios und abzüglich der erhaltenen Ausschüttungen. Das Gericht gab ihm Recht und begründete dies mit Beratungsfehlern - insbesondere hinsichtlich der langen Laufzeit der Beteiligung und des spekulativen Charakters der Anlage (inkl. Totalverlustrisiko). Ein  Schiffsfonds sei aufgrund seiner Risiken nicht zur Altersvorsorge geeignet.

05.11.2014, von Stephan Bröße

Tilgungsstundung beim KGAL Seaclass 6

Nach dem mangels Mindestkapital gescheiterten ersten Restrukturierungskonzept erwartet die Anleger der Mundan Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG wahrscheinlich bald ein neues Konzept. Kurzfristig hat die Gesellschaft, wie aus einem Schreiben an die Anleger hervorgeht, die Liquidität und die Fortführung des Geschäftsbetriebs durch die Stundung von Darlehenstilgungen gesichert.

Die Mundan Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG informierte die Anleger des "KGAL Beteiligung 193 – SeaClass 6 – Zwei Produktentanker" im März 2013 darüber, dass sie sich mit der finanzierenden Bank, der Danmarks Skibskredit A/S (Kopenhagen), auf eine Tilgungsstundung zunächst bis zum 30.10.2013 geeinigt habe. Dadurch sei die Liquidität zur Durchführung der Trockendocks der beiden Schiffe gesichert. Allerdings verteuert sich dadurch das Darlehen - wegen höherer Margen für die Bank.

Bis spätestens zum 15.09.2013 werde die Gesellschaft nun erneut ein (Restrukturierungs-)Konzept für den weiteren Geschäftsverlauf vorlegen und das zusätzlich benötigte Eigenkapital auf Basis der dann aktuellen Informationen bemessen. Sollte auch dieses Konzept scheitern, werde die Bank endgültig auf einen Verkauf der Schiffe drängen. Weiter heißt es, der Schiffsbetrieb entwickele sich "derzeit ohne Probleme". Der rechnerische Schiffswert zum 31.12.2012 ohne Charter betrage 13,9 Mio. US-Dollar je Schiff bei einem Darlehensstand von 16,1 Mio. US-Dollar je Schiff.

21.06.2013/ew

Der Schiffsfonds KGAL Beteiligung 193 – SeaClass 6 – Zwei Produktentanker investierte in zwei Schiffe der Größenklasse Handysize, die jeweils im Jahr 2003 von den Werften abgeliefert wurden.

Die Prognosen des Fondsprospekts konnten nicht erreicht werden. Prognostiziert waren Ausschüttungen von insgesamt 230,9 % und das in einem Markt, der großen Schwankungen unterliegt. Sprich die erzielbaren Charterraten, die Betriebskosten, die Nachfragesituation usw. sind jeweils tagesaktuell zu ermitteln und hängen am Tropf der Wirtschaftspolitik einzelner Regionen bzw. Staaten. Der internationale Schiffsmarkt wird nicht umsonst als Vorbote für bestimmte weltwirtschaftliche Entwicklungen angesehen. Aus diesem Grund verbieten sich langfristige als sicher dargestellte Prognosen. Der internationale Seeverkehrsmarkt ist ein auf Spekulation angelegter Markt und damit für jene Vielzahl privater Investoren, die den Kapitalerhalt an höchster Stelle ihrer Anlageziele sehen, nicht geeignet.

Dieser Umstand hätte durch die jeweiligen Berater erwähnt werden müssen. Unsere Erfahrung zeigt, dass dies meist nicht der Fall war und Ihnen als Anlegern ein komplett anderes Bild der Schiffsanlage vermittelt wurde. Von etwaigen anderen Fehlern, beispielsweise, ob die Anlage im Einzelfall überhaupt zu Ihnen passt und ob Sie über alle sonstigen wesentlichen Umstände aufgeklärt wurden, ganz zu schweigen.

All diese Schwierigkeiten waren für die Verantwortlichen bei Prospekterstellung erkennbar und hätten in den Berechnungen berücksichtigt werden müssen. Für die Aufklärung des Anlegers hätte auch ein Hinweis in der Beratung bzw. im Fondsprospekt nicht fehlen dürfen.

Mit der aktuellen Schiffskrise hätten die Verantwortlichen rechnen müssen. Dies belegen die Erfahrungen aus der Vergangenheit. Unseres Erachtens war diese Entwicklung zumindest erkennbar. Hier wurde mit falschen Datengrundlagen gerechnet und Ihnen ein Produkt verkauft, das den Bezug zur Realität verloren hat.

Wer sich nicht wehrt, bekommt auch nichts.

In der überwiegenden Anzahl der uns bekannten Fälle wurden die Anleger von Banken, insbesondere der Commerzbank, beraten und in diversen Punkten nicht oder nicht richtig aufgeklärt. So erhielt die beratende Bank eine nicht unerhebliche Provision, die den Anlegern im Regelfall nicht mitgeteilt wurde. Nach ständiger Rechtssprechung des Bundesgerichtshofs haben Banken über solche Vergütungen aufzuklären. Ist dies nicht geschehen, halten Sie ein starkes Argument in Ihrer Hand, das eine vollständige Rückabwicklung möglich werden lässt.

Vertrauen Sie unserer Kompetenz

Für Anleger von geschlossenen Fonds hat unsere Kanzlei über 1000 erfolgreiche Gerichtsentscheidungen erstritten. Auszugsweise finden Sie die Entscheidungen hier. Unsere Referenz sind gewonnene Urteile.

Im Falle eines erfolgreichen Vorgehens können Sie die Erstattung des Kapitalverlustes und die Übernahme sämtlicher Kosten durch die Vertriebsbank erreichen.

Die Erfolgsaussichten müssen natürlich in jedem Einzelfall genau geprüft werden, was erst nach Vorlage Ihrer vollständigen Unterlagen möglich ist.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Achtung! 
Ansprüche verjähren nach Ablauf von 10 Jahren ab Zeichnungsdatum!

Beispiel:
Zeichnung am 28.10.2006
Verjährung am 28.10.2016

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