Aktuelle Rechtsfälle: Schiffsfonds Dr. Peters

DS-Rendite-Fonds Nr. 109 VLCC Saturn Glory

Schiff verkauft – Hohe Verluste der Anleger

Anleger sehen sich bei diesem Fonds dem Verlust eines sehr großen Teils ihrer Kapitaleinlage gegenüber. Laut Schreiben der Fondsverwaltung an die Anleger vom 10.04.2015 wurde das Rohöltankschiff (damaliger Kaufpreis 88,5 Mio. US-Dollar) 2014 an ein Unternehmen in Singapur für 23,15 Mio. US-Dollar verkauft. Der Verkaufspreis decke alle Verbindlichkeiten, der Überschuss aus dem Verkauf werde an die Gesellschafter ausgezahlt, heißt es - wobei das im Jahr 2012 eingegebene Neukapital bevorzugt bedient werde. Die "Altanleger" gehen zunächst einmal leer aus. "Aufgrund dieser Reihenfolge werden wir leider keine Auszahlung aus der ersten Abschlagszahlung an Sie vornehmen können", so die Fondsverwaltung an die Anleger.

Im aktuellen Zwischenbericht (1. Quartal 2015) wird der Liquiditätsstand per 16.03.2015 mit nur rd. 2,63 Mio. US-Dollar angegeben. Weiterhin bemühe man sich bezüglich der Zahlungsrückstände des ehemaligen Charterers, Forderungen gegenüber der Pacific Star-Gruppe durchzusetzen, so die Fondsverwaltung.

Ob hieraus am Ende noch etwas für die Anleger herauskommt, ist offen. Für viel Optimismus sehen wir hier aber leider keinen Anlass! Wegen Streitigkeiten mit dem ehemaligen Reeder, wie die Fondsverwaltung weiter mitteilt, konnte den Anlegern bislang wegen mangelnder Rechnungslegung auch noch kein ordentlicher Geschäftsbericht inkl. geprüftem Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2013 übersandt werden.

Weitere Informationen zur vorherigen Entwicklung des Fonds lesen Sie unten im nächsten Abschnitt.

23.04.2015

Dr. Peters DS-Fonds Nr. 109 – VLCC "Saturn Glory"

Dr. Peters DS-Rendite-Fonds Nr. 109: Mehr versprochen als gehalten

Bei diesem Schiffsfonds des Emissionshauses Dr. Peters handelt es sich um einen VLCC-Öltanker (VLCC = very large crude carrier), Baujahr 1998, mit einer Langfristcharter. Der Fonds wurde im Jahr 2004 platziert mit einem Beteiligungskapital in Höhe von 37,3 Mio. Euro; die Übernahme des VLCC "Saturn Glory" erfolgte am 29. Oktober 2004. Das  Investitionsvolumen (vor Agio) belief sich auf 79,7 Mio. Euro, d. h. die Fremdfinanzierungsquote belief sich auf rund 53%. Der Kaufpreis des Schiffes betrug nach Prospektangaben 69,5 Mio. Euro; die Anschaffungsnebenkosten und Gebühren (vor Agio) wurden mit 9,4 Mio. Euro angegeben.

Im Prospekt wurden versprochen:

Auf das Dynamik-Kapital (31,3 Mio. Euro): Ausschüttungen von 9% bis 15% p.a. ansteigend. Gesamtausschüttung von ca. 139% der Beteiligungssumme inkl. des Liquiditätsergebnisses aus dem Verkauf Ende 2015 bei einem kalkulierten Verkaufspreis von 17,51 Mio. US-Dollar; ca. 158% bei einem alternativen Verkaufspreis von 25,0 Mio. Dollar.

Auf das Garant-Kapital (6,0 Mio. Euro, wovon 10% als Kommanditkapital und 90% als Gesellschafterdarlehen verbucht wurden): Durchschnittlich ca. 7,3% p.a.; bevorzugte Auszahlung gegenüber dem Dynamik-Kapital. Gesamtausschüttung ca. 180% der Beteiligungssumme inkl. des Liquiditätsergebnisses bei Verkaufspreis 17,51 Mio. Dollar; ca. 182% bei Verkaufspreis von 25,0 Mio. Dollar.

Einbruch der Charterpreise

Langfristiger Charterer ist die Pacific-Star-Gruppe von den British Virgin Islands, hinter der - nach einem Pressebericht nur noch bis vor Kurzem – der Investor Nasser Al-Rashid stand, ein Milliardär aus Saudi-Arabien. Der Charterer erfüllt allerdings die Verträge schon seit Jahren nicht mehr – es erfolgen nur unregelmäßige Zahlungen.

Allgemein leiden viele Rohöltanker schon seit Jahren unter dem Einbruch der Charterpreise; die Chartereinnahmen können die Schiffsbetriebskosten plus Kapitaldienst nicht mehr decken. Laut Medienberichten gibt es erhebliche ausstehende Forderungen seitens des Charterers – diese sollten bis spätestens Ende 2014 beglichen sein; mittlerweile sollen laut Dr. Peters bei allen acht Fonds (acht Schiffe) zusammen 271 Mio. Euro offen sein.

Mangelnde Aufklärung über Risiken

Im Fondsprospekt von 2004 wird der Markt für Öltanker noch sehr positiv beschrieben, obwohl in der Fachpresse bereits seit 2003 vor Überkapazitäten in der Transportschifffahrt gewarnt wurde.

Inzwischen ist die anhaltend negative Entwicklung auf den Schiffsmärkten allseits bekannt. Aus unserer Sicht ist im Moment leider keine schnelle, nachhaltige Erholung bei den Charterraten absehbar.

Häufig wurden in Schiffsfonds investierende Anleger nicht ausreichend über die damit verbundenen Risiken – inkl. des Totalverlustrisikos - aufgeklärt. Hieraus können sich Möglichkeiten zu Schadensersatzklagen gegen die beratende Bank ergeben, insbesondere wenn diese den Fonds zur Altersvorsorge bzw. als sichere Anlage empfohlen hat.

Klagemöglichkeiten

Auch die mangelhafte Aufklärung über verdeckte Vertriebsprovisionen (Rückvergütungen), die die Bank vereinnahmt hat, kann einen Schadensersatzanspruch begründen.

Dies muss jedoch in jedem Einzelfall individuell geprüft werden. Betroffene Anleger des Schiffsfonds Dr. Peters DS-Fonds Nr. 109 VLCC "Saturn Glory" sollten sich von einem Fachanwalt beraten lassen. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

11.12.2013, von Mario Poberzin

Kontakt zu Petra Ruf

Rechtsanwältin
Petra Ruf
Tel.: 030 / 887178-246
ruf(at)kaelberer-tittel.de

Top Ansprechpartner