Aktuelle Rechtsfälle: Rickmers-Anleihe 2013/2018

Rickmers-Anleihe 2013/2018: Markt- und Risikodarstellung im Prospekt zu positiv

Viele private und einige institutionelle Investoren haben mit der 2013 ausgegebenen Anleihe der Rickmers Holding (WKN: A1TNA3) viel Geld verloren. Die Reederei Rickmers ist durch die schwere und anhaltende Krise auf den Schifffahrtsmärkten in große wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und hat Insolvenz angemeldet; der Kurs der Anleihe (Emissionsvolumen 200 Mio. Euro, Laufzeit bis 11.06.2018) ist abgestürzt und heute fast wertlos. Die Frage, die sich den Anleihe-Anlegern nun stellt: Können sie ihr Geld noch retten? Wurden sie damals im Emissionsprospekt vom 14. Mai 2013 hinreichend und richtig über die Situation an den Schifffahrtsmärkten und über die Risiken dieser hochriskanten Anleihe-Investition informiert?

Aus unserer Sicht wurde die Marktentwicklung der Jahre vor der Anleiheemission und die Situation in der ersten Jahreshälfte 2013 im Prospekt der Rickmers Holding Anl. 13/18 insgesamt zu positiv dargestellt. Der dramatische Absturz am Containerschiffsmarkt kommt nach u. E. in den Prospekterläuterungen ebenso wie die Risiken für die Investoren insgesamt zu wenig zur Geltung. Das Bild, das den Anlegern in dem 414 (!) Seiten starken Prospekt gezeichnet wird, entspricht nach unserer Auffassung in der Gesamtdarstellung nicht dem tatsächlichen Marktgeschehen und verharmlost die konkreten Verlustrisiken.

Anleger, die ihr investiertes Kapital noch retten wollen, können Haftungsansprüche gegen diverse Firmen aus dem Initiatorenkreis geltend machen. Außerdem: Wem die Anleihe in der Beratung (z. B. bei einer Bank) als sicheres oder relativ sicheres Investment empfohlen wurde, kann Schadensersatz wegen Falschberatung fordern. Die Chancen auf Schadensersatz und wie juristisch vorzugehen ist, muss jedoch jeweils individuell im Einzelfall geprüft werden.

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17.07.2017 von Dietmar Kälberer

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