Patent Select I | Patentverwertungsfonds | Aktuelle Rechtsfälle

Patent Select I: Anleger befürchten hohe Verluste

Deutsche-Bank-Fonds "Patent Select I"

Der "Patent Select I" ist ein geschlossener Patentverwertungsfonds – Mindestbeteiligung 50.000 Euro. Bei schätzungsweise 220 Anlegern hat die Deutsche Bank 2006 beim Vertrieb des Fonds insgesamt gut 24 Mio. Euro eingesammelt, wie das Handelsblatt am 11.03.2014 berichtete. Danach wurde auch noch der Fonds "Patent Select II" aufgelegt - Beteiligungsvolumen 29,2 Mio. Euro. Doch anstatt von einem diversifizierten Patentportfolio zu profitieren, stehen viele Anleger nun vor einem Verlust. Der Grund: Offenbar sei keines der finanzierten Patente des "Patent Select I"  in eine marktreife Technologie gemündet, so das Handelsblatt. Laut Insidern seien wohl etwa drei Viertel des Anlagekapitals verloren. Neben einem weiteren Reputationsverlust für die Bank stellt sich nun die Frage, ob viele Anleger vor Gericht ziehen, um ihr investiertes Geld wiederzubekommen. Die Deutsche Bank argumentiert laut Handelsblatt damit, dass es sich bei dem Konzept um eine unternehmerische Beteiligung handele und die mit dem Fonds verbundenen Risiken im Verkaufsprospekt dargestellt seien.

Einer elektronischen Veröffentlichung im Bundesanzeiger vom 25. Februar 2014 zufolge befindet sich die hinter dem Fonds stehende Zyrus Beteiligungsgesellschaft mbH & Co Patente I KG in Liquidation, wie das Handelsblatt weiter berichtete. Die Kapitalanteile der Kommanditisten seien auf 5,9 Mio. Euro abgeschmolzen. Und weiter: Dem "Patent Select II" drohe laut Beobachtern möglicherweise ein ähnliches Schicksal wie seinem Vorgänger.

Hintergrund: In der Regel kaufen Patentfonds eine Reihe von Patenten (ein diversifiziertes Portfolio), von denen sie sich ein gutes Vermarktungspotenzial und dementsprechende Gewinne erhoffen. Bei der Bewertung/Beurteilung und Auswahl sowie bei der Verwertung der Patente holen sich die Initiatoren meist Unterstützung durch Spezialisten. Bei der schwachen Performance mancher Fonds stellt sich die Frage, nach welchen Bewertungskriterien die Patente ausgesucht und ob die Risiken dieser Kapitalanlage in den Emissionsprospekten bzw. in der Bankberatung hinreichend dargestellt wurden – oder ob die schwache Entwicklung mit der Gefahr hoher Kapitalverluste bereits bei der Auflegung des jeweiligen Fonds absehbar war.

Letztlich geht es für geschädigte Anleger um die Frage, ob sie Schadensersatzansprüche geltend machen, ihre Fondsbeteiligung rückabwickeln können oder eine andere Ausstiegsmöglichkeit haben, um Verluste zu vermeiden oder zumindest zu begrenzen. Wegen der Risiken dieser Fondsanlage wäre eine Anspruchsgrundlage für Schadensersatz zum Beispiel, wenn der Patent Select-Fonds als relativ sichere Anlage oder zur Altersvorsorge empfohlen wurde.

Chancen einer Klage müssen individuell geprüft werden. Geschädigte Anleger der Patent Select-Fonds sollten sich deshalb von einem Fachanwalt beraten lassen.

12.03.2014

Kontakt zu Ines Edling

Rechtsanwältin
Ines Edling
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