Prorendita 4 | Aktuelle Rechtsfälle

Hohe Verlustgefahr beim Prorendita 4

Ideenkapital Prorendita 4 – Britische Leben

Die Beteiligung an der Prorendita Vier GmbH & Co. KG  birgt zunehmend die Gefahr eines finanziellen Fiaskos. Die Gesellschaft investiert in die britische Prorendita Four Limited Partnership, die ihrerseits britische Zweitmarkt-Kapitallebensversicherungspolicen handelt.

Oft wurden Anleger nicht auf die Innenfinanzierung (Hebeleffekt durch Fremdkapital) dieses geschlossenen Fonds und die damit verbundenen Risiken hingewiesen. Stattdessen wurde vielen Anlegern von der beratenden Bank suggeriert, es handle sich um eine sichere Anlage, die sogar für die Altersvorsorge geeignet sei.

Auf ein Totalverlustrisiko bei dieser unternehmerischen Beteiligung wurde offenbar ebenfalls häufig nicht hingewiesen. Ein weiteres Problem stellen mangelnde Hinweise auf die von der Bank vereinnahmten Rückvergütungen (Kick-Backs) dar. Hat die Bank dem Anleger verschwiegen, dass sie solche Kick-Backs als Vertriebsprovision vereinnahmt, birgt dies allein schon gute Chancen für eine erfolgreiche Klage. Die Kanzlei Kälberer & Tittel hat hier für einen Mandanten bereits ein rechtskräftiges Urteil durch das Landgericht Nürnberg-Fürth gegen die Commerzbank AG betreffend Prorendita 4 wegen Falschberatung erstritten.

Urteil: Mangelnde Aufklärung über Kick-Backs

Das Gericht sprach dem von der Kanzlei Kälberer & Tittel vertretenen Anleger Schadensersatz zu, weil die Bank ihn nicht über die an sie fließenden Vertriebsprovisionen aufgeklärt habe. Eine Bank habe ihren Kunden ohne Rücksicht auf die Höhe der Provision über verdeckte, umsatzabhängige Rückvergütungen (sog. Kick-Backs) aufzuklären, um ihm einen insofern bestehenden Interessenkonflikt der Bank offenzulegen, befand das Gericht. Die pauschalen Hinweise aus den von der Bank dem Anleger übergebenen, schriftlichen "Basisinformationen über Wertpapier-/Vermögensanlagen" genügten nicht zur Erfüllung der speziellen Informationspflicht.

Teilliquidation des Policenportfolios

Die Fondsgesellschaft hat selbst längst eingeräumt, dass sich der Zweitmarkt für Fondspolicen und die wirtschaftliche Entwicklung der Fondsgesellschaft als sehr schwierig erwiesen haben und mit einer kurzfristigen Erholung nicht zu rechnen sei. Inzwischen hat sie einen Teil der Fondspolicen notgedrungen verkauft, um die Fremdkapitalverbindlichkeiten der englischen Beteiligungsgesellschaft bei der Royal Bank of Scotland International (RBSI) zurückführen zu können. Die Kosten der Fremdfinanzierung standen nämlich in einem Mißverhältnis zur Wertentwicklung/Rendite des Policenportfolios.

Teilausschüttung an die Gesellschafter

Die Prorendita Vier GmbH & Co. KG kündigte in einem Schreiben vom 13. März 2013 eine Ausschüttung an die Anleger in Höhe von insgesamt 5,503 Mio. GBP für das 1. Halbjahr 2013 an (als erster Teil der im Oktober 2012 versprochenen Ausschüttung). Hier wird aus der Substanz heraus geringfügige Liquidität des Fonds ausgeschüttet. Eine weitere Ausschüttung soll angeblich voraussichtlich im Herbst/Winter dieses Jahres erfolgen.

Aus unserer Sicht sind dies aber eher "Beruhigungspillen" für die Anleger, die nicht darüber hinweg täuschen dürfen, dass der Fonds nach unserer Einschätzung weitgehend als wirtschaftlich gescheitert betrachtet werden muss. Hinsichtlich der Schadensersatzansprüche gegen die beratende Bank sind unbedingt die Verjährungsfristen zu beachten!

Handel mit neuen Policen wurde eingestellt

Die Fondsgesellschaft behauptet zwar in dem Anlegerschreiben vom März 2013, dass nunmehr sämtliche Liquiditätsüberschüsse unmittelbar an die Gesellschafter fließen würden. Mit der Teilliquidation und der anhaltend schwierigen Marktlage ist nun aus unserer Sicht aber prognostisch ein hoher Verlust hinsichtlich des investierten Kapitals zu erwarten. Den Handel mit neuen Policen hatte die Gesellschaft bereits 2012 eingestellt. Wann und ob sich überhaupt das Marktumfeld in den nächsten Jahren nachhaltig verbessert, ist nach unserer Auffassung völlig ungewiss.

30.07.2013

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