Aktuelle Rechtsfälle: Lebensversicherungsfonds Prorendita 3

Anleger müssen beim Prorendita 3 hohe Verluste befürchten

Ideenkapital Prorendita 3 – Britische Leben

Die Beteiligung an der Prorendita Drei GmbH & Co. KG  birgt zunehmend die Gefahr eines finanziellen Fiaskos, auch wenn die Fondsgesellschaft mit (Teil-)Ausschüttungen - aus unserer Sicht - versucht, Zeit zu gewinnen. Oft wurden die Anleger nicht auf die Innenfinanzierung dieses LV-Policen-Fonds und die damit verbundenen Risiken hingewiesen. Stattdessen wurde vielen Anlegern von der beratenden Bank suggeriert, es handle sich um eine sichere Anlage, die sogar für die Altersvorsorge geeignet sei.

Innenfinanzierung macht Probleme

Auf ein Totalverlustrisiko bei dieser unternehmerischen Beteiligung wurde offenbar regelmäßig nicht hingewiesen. Ist schon eine unternehmerische Beteiligung, um die es sich hier handelt, anders als "sichere" Anlagen mit mehr oder weniger hohen Risiken verbunden, so stellt die Innenfinanzierung – also mit Zins und Tilgung zu bedienende Darlehen – einen zusätzlichen Risikofaktor dar. Dies dann zum Teil als Altersvorsorge – häufig an ältere, kurz vor dem Ruhestand stehende Anleger – zu verkaufen, bedeutet eine mangelhafte Beratung!

Wichtig: Wird die Innenfinanzierung nicht prolongiert und keine neue Finanzierung gefunden, so kann sich die Beteiligungsgesellschaft nur über den (vorzeitigen) Verkauf von Policen frische Liquidität beschaffen. Dies geht aber in der Regel nur zu reduzierten Rückkaufswerten - mit möglicherweise verheerenden wirtschaftlichen Folgen für die Fondsgesellschaft. Schlimmstenfalls kann am Ende der Totalverlust der Einlage des Anlegers stehen!

Häufig nicht über Rückvergütungen aufgeklärt

Auch wurden häufig die von der Bank vereinnahmten Rückvergütungen (Kick-Backs) verschwiegen, was allein schon gute Chancen im Klagefalle mit sich bringt.

Hat die beratende Bank Anleger nicht ausreichend über die Innenfinanzierung und damit verbundene Risiken oder über die vereinnahmten Provisionen (Kick-Backs) aufgeklärt, so haben Anleger Anspruch auf Schadensersatz bzw. Rückabwicklung der Beteiligung. Die Kanzlei Kälberer & Tittel hat hier für eine Mandantin auch bereits ein rechtskräftiges Urteil durch das Landgericht Berlin gegen die Commerzbank AG wegen Falschberatung erstritten.

Anlegern kommt in diesem Zusammenhang auch die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) zugute. Sie sollten dabei allerdings die Verjährungsfristen im Auge behalten. Die Fondsgesellschaft ebenso wie die beratenden Banken spielen deshalb, so unsere Einschätzung, in ihrem Vorgehen gerne auf Zeit.

Teilausschüttung an die Gesellschafter

So kündigte die Prorendita Drei GmbH & Co. KG in einem Schreiben vom 13. März 2013 an Anleger eine Minimal-Auszahlung per 17. Juni 2013 an; insgesamt 2,30 Mio. GBP – als erster Teil der im Oktober 2012 angekündigten Ausschüttung an die Gesellschafter. Eine weitere Ausschüttung werde voraussichtlich im Herbst/Winter dieses Jahres erfolgen.

Auf eine Kommanditeinlage in Höhe von 100.000 Euro kommt so ein Auszahlungsbetrag von 2.988,40 GBP, wie die Fondsgesellschaft schreibt. Nachteilig für Anleger, die in Euro investiert haben, ist der momentan relativ niedrige Pfund-Kurs.

26.06.2013

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