GSI-Fonds Triebwerke 2 | Aktuelle Rechtsfälle

GSI Triebwerke 2: Mehr als 50% Kapitalverlust

GSI-Fonds mit hohen Mietausfällen und schleppendem Verkauf der Triebwerke

Die Anleger des Fonds GSI Triebwerke 2 müssen wohl etwa die Hälfte oder mehr ihres Kapitaleinsatzes abschreiben. Sogar das Fondsmanagement hat inzwischen eingeräumt, dass gut 50% verloren sind. Die entscheidende Frage ist nun, ob die Risiken des Fonds in den Beratungen der Banken ausreichend dargestellt wurden. Von Beginn an bestand die Gefahr der fehlenden Anschlussvermietung, weil die Leasingverträge für die Triebwerke anfangs sehr kurz waren. Teilweise liefen sie schon im Jahr 2008 aus – ein hohes Risiko, denn der Fonds wurde erst ab November 2007 an die Anleger verkauft.

Zudem zeichnete sich bereits im Sommer/Herbst 2007 die große Finanzkrise ab – auch dies ein Risiko, denn bei schlechter Konjunktur leiden auch die Luftfahrtkonzerne. Und nicht zuletzt war damals auch schon das Problem hoher Ölpreise virulent – was die Anreize für Triebwerksneukäufe der Fluggesellschaften erhöhte und dadurch die Vermietungschancen für gebrauchte Triebwerke verringerte.

Renditeprognosen weit verfehlt

Der GSI Triebwerke 2 war einer von vier Fonds, die die GSI Fonds GmbH & Co. KG in den Jahren 2006 bis 2008 auflegte. Die Renditeprognosen beliefen sich auf 6% und mehr p.a., ansteigend über die Laufzeit. Über eine britische Beteiligungsgesellschaft sollten Triebwerke von bekannten Herstellern wie General Electric etc. erworben werden, die in Passagierflugzeugen insbesondere von Airbus und Boeing einsetzbar sind und an Luftfahrtunternehmen vermietet werden sollten. Doch die Prognosen für die Gesamtrückflüsse in Höhe von mehr als 130% bezogen auf den Kapitaleinsatz wurden in der Realität weit verfehlt.

Der Fonds GSI Triebwerke 2 wurde ab November 2007 vertrieben (Fondsvolumen: 66,6 Mio. US-Dollar, Laufzeit 7 Jahre). Er hatte sich an der GSI Engines Beta L.P. beteiligt, die ursprünglich 29 Triebwerke im Portfolio hatte. Das Ergebnis ist fatal: Bei diesem Fonds schmolz das Eigenkapital auf USD-Basis zum 31.12.2014 auf ca. 24% des ursprünglich gezeichneten Kapitals. Das Fondsmanagement rechnet laut einem Schreiben vom 11.06.2015 damit, dass die Anleger neben den bisher 29% Ausschüttungen "noch um die 20%" ihres Kapitals zurückbekommen. Das heißt: mehr als 50% Kapitalverlust.

Forderungen der Darlehens-Banken

Aufgrund der marktbedingt schlechten Vermietungssituation der Fondstriebwerke sowie Nachsicherungsforderungen der finanzierenden Banken entfielen irgendwann die Ausschüttungen. Wegen der Überschreitung der Beleihungsgrenze (Loan-to-value-Klausel) hängt seit Jahren das Damoklesschwert der vorzeitigen Darlehenskündigung durch die Banken über dem Fonds. Durch viele unvermietete Fondstriebwerke fehlten Einnahmen, ein Verkauf von Triebwerken zu angemessenen Preisen gestaltet sich sehr schwierig. Hintergrund ist die Kombination von hohen Ölpreisen und sehr niedrigen Zinsen, wodurch Fluggesellschaften verstärkt zu günstigen Finanzierungsbedingungen in neue, treibstoffeffizientere Maschinen investierten, während zunehmend andere, auch immer jüngere Flugzeuge ausrangiert würden. Die Folge: ein Überangebot an gebrauchten Triebwerken.

Zum 31.03.2015 gab es eine Umfinanzierung/Darlehensablösung durch die US-amerikanische KeyBank. Darlehenshöhe: 30 Mio. US-Dollar. Erlöse aus Triebwerksverkäufen werden zur Tilgung verwendet, für die Anleger bleibt wenig übrig.

Mangelhafte Risikoaufklärung

Anleger können Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung geltend machen, z. B. wenn nicht ausreichend über die Risiken dieser Anlage aufgeklärt oder diese sogar zur Altersvorsorge empfohlen wurde. Auch informierte die beratende Bank häufig nicht über die von ihr vereinnahmten Rückvergütungen, oder der Prospekt wurde dem Anleger nicht rechtzeitig übergeben.

Es genügt, dass nur eine dieser Anspruchsgrundlagen anerkannt wird, um Schadensersatz zu bekommen.

Wenn Sie weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich gerne an uns.

27.07.2015, von Anna Marx

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