PMIA Premium Management Immobilen-Anlagen
"Dachschaden" bei Dachimmobilienfonds Premium Management Immobilien-Anlagen (PMIA)
Die Commerzbank AG hat es wieder geschafft, mit einem neuen Anlageskandal in den Medien zu punkten (vgl. z.B. Finanztest, Heft 2/2011, Seite 26 oder Das Investment.Com mit dem Artikel "Immobilienfonds-Chaos: 'Danke, Commerzbank, ganz toll gemacht'".Wieder einmal sind - ähnlich wie bei den VIP-Medienfonds Tausende überwiegend sicherheitsorientierter Kunden der Commerzbank die Leidtragenden. Neu ist allerdings, dass die Commerzbank den Fonds nicht nur vertrieben hat, sondern auch maßgeblich die Aussetzung des Fonds verursacht hat.
Im Jahr 2008 hatte die Commerzbank AG diesen Fonds noch massiv beworben und insbesondere einer Vielzahl von sicherheitsorientierten Commerzbankkunden sogar einen Tausch Ihrer Anteile an dem ebenfalls zum Konzernverbund gehörenden Hausinvest Europa in den bei der Cominvest domizilierten Dachimmobilienfonds Premium Management Immobilien Anlagen (im Folgenden nur PMIA) empfohlen.
Dafür hat die Commerzbank Ausgabeaufschläge von bis zu 5 % kassiert. Zusätzlich hat die Commerzbank noch 70 % der jährlichen Verwaltungsgebühr von weiteren 1,5 % als angebliche Vertriebsprovision erhalten.
Diese Vertriebspraxis stellt nach unserer Bewertung, da es sich - wie die derzeitigen Kurse beweisen - um eine spekulative Anlage handelte, eine systematische fehlerhafte Beratung Tausender sicherheitsorientierter Kunden dar.
Dies hat der Commerzbank aber wohl nicht gereicht. Mitte/Ende September 2010 stufte die Commerzbank den Fonds als unattraktiv ein und empfahl einer Vielzahl von Kunden, in andere Fonds, insbesondere den Hausinvest Europa umzuschichten.
Erster Vorteil war der neuerliche Verdienst von Ausgabeaufschlägen. Zweiter Vorteil war die Verbesserung der Liquidität des anderen hauseigenen Fonds.
Die Folge für die Anleger war aber weniger schön: Mit Pressemitteilung vom 27.10.2010 teilte die Allianz Global Investors Kapitalanlagegesellschaft mit, dass rückwirkend zum Freitag, den 24.09.2010 die Rücknahme von Fondsanteilen ausgesetzt würde. Bei einem Verkauf über die Börsen müssen die Anleger aber herbe Verluste in Kauf nehmen (Kurse z.B. am 24.01.2011 ca. 33,00 Euro).
Aus unserer Sicht ist es unbegreiflich, wie eine Commerzbank sehenden Auges diese Entwicklung herbeiführen konnte. Über die Motivation der Commerzbank kann man trefflich spekulieren. Möglicherweise spielte eine Rolle, dass im Zuge der Übernahme der Dresdner Bank AG die Cominvest und damit die Fondsgeschäftsführung an den Allianzkonzern überging.
Der Exklusiv-Vertrieb des Dachfonds oblag aber indes weiterhin der Commerzbank AG. Im September 2009 hat die Commerzbank AG ihren "Exklusiv"-Vertrieb aber nicht vorgeschickt, um neue Anleger zu werben, sondern um ihre Kunden breitflächig zu einem Ausstieg bei PMIA und u.a. zu einem Einstieg bei hauseigenen Fonds (z.B. Hausinvest Europa) zu raten. Die schwierige Liquiditätslage von offenen Immobilienfonds war im September 2010 allgemein bekannt. Der Commerzbank musste auch das Investment des PMIA bekannt sein. Der PMIA hat es aber geschafft, treffsicher bei vielen offenen Immobilienfonds mit Aussetzungsproblemen anzulegen: TMW Immobilien-Weltfonds, Kanam grundinvest Fonds, Morgan Stanley P2 Value; SEB Immoinvest und Axa-Immoselect.
Um die Rückgabewünsche der Commerzbank-Kunden zu bedienen, musste der PMIA nach einem Pressebericht sogar wieder aus dem Hausinvest Europa Kapital abziehen. Nach einem Bericht in Welt Online vom 28.09.2009 seien von Hausinvest Europa Anteile in Höhe von 216 Mio. Euro und von dem Hauinvest Global in Höhe von 40 Mio. Euro abgezogen worden.
Ein wundersamer Kreislauf also mit satten Ausgabeaufschlägen für die Commerzbank. Die Commerzbank wird sich nicht mehr lange über diese Provisionen freuen, denn der Ärger ist vorprogrammiert.
Für eine große deutsche Bank als Exklusiv-Vertriebspartner ist es nicht überraschend, dass eine breitflächige Verkaufsempfehlung zu einer Aussetzung führen wird. Wenn derartiges tatsächlich übersehen wurde, würde dies eine bei einer Bank nicht nachvollziehbare Inkompetenz offenbaren. Wenn dies hingegen bewusst einkalkuliert wurde, ist es noch schlimmer. Dann muss der Kunde befürchten, dass er absichtlich und geradezu böswillig von der Commerzbank geschädigt wurde.
Vorliegend sind die Anleger aber nicht wehrlos. Gerade im Hinblick auf die Verjährung hat der PMIA-Anleger im Gegensatz zu vielen anderen Immobilienfondsanlegern noch Glück im Unglück. Die Schadensersatzansprüche gegen die Commerzbank wegen fehlerhafter Beratung verjähren erst ab dem 01.05.2011.
Wir haben in den letzten Jahren Hunderte von gewonnenen Urteile in diversen anderen Fonds gegen die Commerzbank erstritten. Wir sind insoweit auch bei dem PMIA-Klagen sehr optimistisch.
Bislang waren fast ausnahmslos in den von uns überprüften Fällen die Erfolgsaussichten eines Gerichtsverfahrens recht gut, da die Mandanten ein sicherheitsorientiertes Anlageziel verfolgt hatten. Da dies bei den meisten PMIA-Anlegern ähnlich sein dürfte, gehen wir generell von guten Erfolgsaussichten derartiger Klagen aus. Dies kann aber nur nach einer umfassenden und genauen Prüfung jedes Einzelfalles mit hinreichender Sicherheit festgestellt werden.
Soweit Sie eine derartige Prüfung Ihrer Ansprüche durch uns wünschen, erhalten Sie hier die nötigen Unterlagen und einen Fragebogen mit den von uns benötigten Informationen zum Herunterladen.
25.01.2011/ka
